Vorsichtige Zusammenfassung der maritimen Aspekte des Kriegsgeschehens USA/Israel-Iran vierzehn Tage nach Beginn der Operationen „Epic Fury“(USA)/„Rising Lion“(ISR)
(Stand 13.03.2026).
Die vorliegende Analyse beruht auf einer zusammenführenden Auswertung regierungsseitiger Berichte (CENTCOM, Ministry of Defence (London), Ministère des Armées (Paris) sowie Daten internationaler Think Tanks (Bruegel, CSIS, IISS, ISPK, RUSI, SIPRI) und Medienberichten (Bloomberg, France 24, NYT, Xinhua, Al Jazeera) sowie internationalen Schifffahrtsinstituten (UKMTO, JMIC) und Primärdaten aus öffentlich zugänglichen Medien weltweit. Die Positionsdaten maritimer Einheiten wurden durch Abgleich von offiziellen Flottenbewegungen, AIS-Daten-Snippets und OSINT-Analysen aktualisiert. Die Übersicht erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit – die Lageverteilung und Zusammenstellung der Kräfte bleibt flexibel und kann sich innerhalb kurzer Zeit ändern.
Aktuelle Lage
Vierzehn Tage nach Beginn der Kriegshandlungen lichtet sich der „Fog of War“ aus Vermutungen, Unwahrheiten und unbestätigten Meldungen ein wenig – es zeichnet sich ein klareres Bild der Gesamtaktivitäten und des Zustandes der Kriegsparteien ab.
Auf amerikanischer Seite haben zwei Trägergruppen (Carrier Strike Group - CSG) im Arabischen Meer und anfangs auch im östlichen Mittelmeer das Lagebild bestimmt; eine dritte Trägergruppe läuft das östliche Mittelmeer an und nimmt den Platz ein, den die nach Süden in das Rote Meer verlegte Ford-Gruppe inne hatte. Die Kräfte der US-Navy sind damit in einem strategischen Dreieck aufgestellt.
Frankreich steuert eine starke Trägergruppe (Groupe Aeronaval - GAN) in das Rote Meer aus, während Italien eine Trägergruppe (Expeditionary Task Force - ETF) zum Schutz der NATO-/EU-Südflanke im Mittelmeer bereithält und die Türkei mit dem aus der Ostsee zurückkehrenden Drohnenträger und weiteren nationalen Einheiten eigene Schutzinteressen im nordöstlichen Mittelmeer wahrnimmt. Andere Nationen beteiligen sich schiffsweise – nur Großbritannien kann erst mit erheblichem Verzug einen (einzigen) Zerstörer in Richtung eigener Basis auf Zypern entsenden und einen seiner beiden Träger in Bereitschaft versetzen. Europas Norden behält seine Kräfte in Bereitschaft am Platz – in Erwartung asymmetrischer Gelegenheitsaktionen.
Die maritimen Fähigkeiten des Iran sind durch Beschuss der Küsteninfrastruktur (Radar, Startrampen, U-Boot-Bunker) und Versenkung aller größeren und mittlerweile auch kleineren Einheiten und Plattformen der regulären Marine (Artesh) und der Revolutionsgarden (IRGC) sowie durch Ausschalten der Führungsriegen bis auf einen Restbestand an raketenbewaffneten Speedboote reduziert. Diese in unbekannter Zahl noch verbleibenden Kleinst-Seekriegsmittel sowie an Land verbunkerte Batterien schließen weiterhin unkoordinierte „Nadelstich-Optionen“ nicht aus und stellen durchaus noch eine reale Restgefahr für den Schiffsverkehr im Gesamtgebiet dar. Zwei iranische Schiffe (IRIS "Lavan", kleiner Drohnenträger Hengam-Klasse, und IRIS "Bushehr", Versorger Bandar Abbas-Klasse) wurden während Rückverlegung von Indian Fleet Review in indischen/srilankischen Häfen interniert. Eine Auflistung der iranischen Verluste erübrigt sich.
Westlich des Kriegsschauplatzes Persischer Golf zeichnet sich ein Bild relativer militärischer Stabilisierung bei gleichzeitiger Ausdehnung auf alle angrenzenden maritimen Räume ab. Während die direkten kinetischen Schläge gegen Irans Marineinfrastruktur und Küstenstellungen abnehmen („Squeezing Iran from the Sea“), verschiebt sich der Schwerpunkt der Operationen auf die militärische Sicherung und politische Einhegung der maritimen Räume vom östlichen Mittelmeer bis zur Straße von Hormus mit dem Ziel, diese Meerenge für den weltwirtschaftlich ungemein wichtigen Energie-Rohstofftransport wieder befahrbar zu machen.
Maritime Lage USA/ISR (Stand: 12. März 2026)
Golf von Oman/nördliches Arabisches Meer: Lincoln-Trägergruppe (CSG 3), Seeraumkontrolle, Luftschläge gegen Iran; bestehend aus USS "Abraham Lincoln" (CVN 72) und den vier Arleigh Burke-Zerstörern USS "Frank E Petersen Jr." (DDG 121), USS "Spruance" (DDG 111), USS "McFaul" (DDG 74), USS "Pinckney" (DDG 91); dazu Tiefseesicherung Arabisches Meer/Indischer Ozean: USS "Charlotte" (SSN 766) (Los Angeles-Klasse) und USS "Minnesota" (SSN 783) (Virginia-Klasse).

Rotes Meer: Ford-Trägergruppe (CSG 12), nach Passage Suez-Kanal (05.03.26) See- und Luftraumkontrolle östliches Mittelmeer bis Bab-al-Mandeb inklusive Unterstützung Israel, Sicherung Ausgang Suez-Kanal und Einhegung Huthi-Milizen; bestehend aus USS "Gerald R. Ford" (CVN 78) und den drei Arleigh Burke-Zerstörern USS "Bainbridge" (DDG 96), USS "Mahan" (DDG 72) und USS "Churchill" (DDG 81).
Einlaufend östliches Mittelmeer: Bush-Trägergruppe (CSG 10), Passage Gibraltar, dann (ab 15.03.) See- und Luftraumkontrolle im östlichen Mittelmeer zur Sicherung Zyperns, Eingang Suez-Kanals und Unterstützung Israels; bestehend aus USS "George H W Bush" (CVN 77) und den vier Arleigh Burke-Zerstörern USS "Gonzalez" (DDG 66), USS "Mason" (DDG 87), USS "Ross" (DDG 71), USS "Donald Cook" (DDG 75), sowie der spanischen Fregatte „Blas de Lezo“ (F 103) (F100, Alvaro de Bazan-Klasse).

Im Rahmen der Operation RISING LION befindet sich INS "Magen" (Sa’ar 6-Klasse) zur Sicherung der Gasfelder im israelischen Küstenvorfeld.
Nicht kriegsbeteiligte Verbände/Einheiten
Transit Rotes Meer: FRA: de-Gaulle-Trägergruppe (GAN), Passage Suez-Kanal Sicherung Rotes Meer/Bab-al-Mandeb und Vorbereitung Tanker-Eskorte in der Straße von Hormus; bestehend aus "Charles de Gaulle" (R 91) und AD-Fregatte „Chevalier Paul“ (D 656) (FDA Horizon-Klasse), ASW-Fregatte „Alsace“ (D 621) (FREMM Aquitaine-Klasse), Versorger „Jacques Chervalier“ (A 725), Angriffs-U-Boot „Suffren“ (S 635) (SNA Barracuda-Klasse), der italienischen AD-Fregatte „Andrea Doria“ (D 553) (FDA Orrizonte-Klasse), der niederländischen AD-Fregatte „HNLMS Evertsen“ (F 805) (LCF De Zeven Provinciën).
Zentrales Mittelmeer: ITA: Cavour-Trägergruppe (ETF), bestehend aus „Cavour“ (CVH 550, in Bereitschaft in Tarent) und weiteren Einheiten, dabei „Trieste“ (L 9890) (LHD, Flaggschiff einer Amphibious Task Group (ATG)) und die Fregatte „Federico Martinengo“ (F 596) (FREMM Bergamini-Klasse). Dabei mglw. auch die spanische Fregatte „Cristóbal Colón“ (F 105) (F100-Klasse) mit der Aufgabe Flugabwehr/Schutz Zyperns und das französische LHD „Mistral“ in der EVAC-Ops/Hospital-Rolle.

Östliches Mittelmeer: TUR: Anadolu-Drohnenträger-Verband, bestehend aus TCG "Anadolu" (L 400) und weiteren nationalen Einheiten zur Flugkörper-/Drohnen-Abwehr der durch die „horizontale Eskalation Irans“ in ganzer Breite von Aserbaidschan bis Zypern gefährdeten Türkei.
Portsmouth/UK: GBR: Flugzeugträger „Prince of Wales“ (R 09) in 5-Tage-Bereitschaft (bisher ohne Auslauforder) und Zerstörer „Dragon“ (D 35) (Daring-Klasse, Type 45) auslaufend 16.03.26 nach Zypern.
Laufende NATO-/EU-/UN-Operationen im Gebiet
NATO Operation SEA GUARDIAN: „Gaziantep“ (F 490) (Gabya-Klasse), Türkei, östl. Mittelmeer.
EUNAVFOR ASPIDES: Zerstörer „Caio Duilio“ (D 554) (Orizzonte-Klasse), Italien, südl. Rotes Meer.
EUNAVFOR SOMALIA/ATALANTA: Fregatte „Canarias“ (F 86) (Santa María-Klasse), Spanien, Indischer Ozean/Golf von Aden.
UNIFIL: Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ (F 223) (F125-Klasse), Deutschland, Station Beirut.
Sicherung Straße von Hormus
So unklar wie die Erkenntnisse über verbunkerte Lagerorte sind, so unsicher sind die Bestandsübersichten zu iranischen Seeminen: Militärische Quellen gehen von anfänglich über 2.000 bis 6.000 Seeminen unterschiedlichsten Technologiestandes aus – iranische Kräfte sollten also noch über einen durchaus relevantes Arsenal verfügen. Viele dieser Typen ließen sich mit kleinen, schwer erfassbaren Booten, mit jeweils weniger als einer Handvoll Minen beladen, quer über den Persischen Golf verbringen. Da von hier aus nicht einschätzbar ist, wieviele Boote und Munitionsvorräte tatsächlich noch einsatzfähig sind, ist ein Bedrohungspotenzial nicht von der Hand zu weisen. Diese Unsicherheit einzugrenzen gelänge durch das Erringen der Kontrolle über die zahlreich dem Iran vorgelagerten Inseln und ein reaktionsschnelles, landseitiges Überwachen eines Großteils der iranischen Küstenlinie. So weit ist es aber noch nicht!
Daher vertrat die US-Navy gegenüber der Schifffahrt bisher den Standpunkt, dass regelmäßige Eskorten unter aktueller Bedrohungslage aus Minen, Raketen, Drohnen und Schnellbooten „derzeit nicht möglich“ seien. Allerdings deuten Information des Pentagon und der US-Navy darauf hin, dass sich eine Hormuz Surface Action Group (SAG) auf die „Operation Epic Escort“ (Arbeitstitel?) als Geleitschutz für den Seeverkehr in der Meerenge vorbereitet, bestehend aus USS Carney (DDG 64) als Führungsschiff, dazu die Arleigh Burke-Zerstörer USS Mitscher (DDG 57) und USS "Michael Murphy" (DDG 112), sowie zur Minenabwehr die Littoral Combat Ships USS Tulsa (LCS 16) und USS Canberra (LCS 30) (Independence-Klasse). Diese Einheiten stehen jedoch noch nicht im Seegebiet und müssen erst herangeführt werden!
Raketen-Mathematik und Kosten-Falle
Zahlen in einem kriegerischen Konflikt sind schwierig, weil sie immer nur aus einem Blickwinkel generiert sind und sich laufend verändern. Einige Zahlen sind aber dennoch bemerkenswert und sollen daher hier genannt werden – sie stehen allerdings für sich alleine und ohne Gewähr.
Offensivpotenzial IRN: Sechs Tage nach Beginn verfügte der Iran von ursprünglich rund 400 Launchern (Anfang März) nur noch über rund 70 bis 100 einsatzfähige Systeme (JINSA - Jewish Institute for National Security of America).
Für die ersten zehn Kriegstage erfasste die türkische Tageszeitung Yeni Şafak in einer Infografik insgesamt 3.100 iranische Raketen- und UAV-Angriffe auf sieben arabische Staaten. Für den 10. März (11. Tag) melden die VAE seit Beginn der Angriffe 262 ballistische Raketen und 1.475 Drohnen (Gültigkeitsbereich unbekannt). Wenn auch die Zahlenangaben divergieren und nicht aufdatiert sind, lassen sie dennoch die Folgerung zu, dass der Iran seine Fähigkeit zu nennenswerten Raketenangriffen auf Israel und die Region innerhalb überschaubarer Zeit (etwa 10 Tage) verlieren könnte, während die Möglichkeit begrenzter Kurzstreckenangriffe vor allem mit Drohnen gegen Ziele in der gesamten Golfregion noch länger bestehen bleibt.
Defensivpotenzial USA/ISR: In den ersten Tagen des Iran-Krieges haben die Länder des Nahen Ostens mehr als 800 Patriot-Raketen verschossen – so die New York Times am 9. März. Die Ukraine dagegen habe in den gesamten vier Jahren des von Russland begonnenen Krieges nur etwa 600 moderne Patriot-Raketen erhalten. Im Jahr 2025 seinen an Patriot-Raketen allerdings nur 620 Stück an die Nationen ausgeliefert worden – und das sei schon ein Rekordniveau gewesen, so das amerikanische Blatt. Die Doppelbelastung – Schutz Israels und der Golfmonarchien einerseits, fortgesetzte Unterstützung der Ukraine andererseits – entwickelt sich angesichts begrenzter Produktionskapazitäten für Patriot-Abfangraketen zunehmend zu einer substanziellen Herausforderung. Auch Reuters und Bloomberg verweisen darauf, dass zusätzliche Lieferzusagen an Israel und die Golfpartner den verfügbaren Rahmen für künftige Abgaben zur Luftverteidigung an Kiew einengen. Eine Nachproduktion kann trotz aktueller Kapazitätserhöhungen jedoch nur zeitlich verzögert erfolgen.
Stau im Seeverkehr bedeutet festsitzende Crews
Parallel zur militärischen und wirtschaftlichen Eskalation der Lage öffnet sich im Golf eine zusätzliche, stille Front: Die der festsitzenden Seeleute. Allein im Containersegment sollen sich etwa 170 Schiffe mit zusammen 450.000 TEU in oder unmittelbar um Hormus stauen, zusätzlich lassen sich rund 280 im Golf gestrandete Bulk-Carrier identifizieren. Weitere Analysen sprachen bereits Anfang März von mindestens 150 Tankern, die im Golf vor Anker lagen, nachdem der Verkehr durch Hormus zum Erliegen gekommen war. Daraus folgt eine bisher wenig thematisierte humanitäre Dimension, die sich medial anfänglich auf die 15.000 im Golf festsitzenden Kreuzfahrtpassagiere fokussierte. Dieser „Stau“ hat sich mittlerweile aufgelöst, aber es sind auch rund 20.000 Seeleute im Arabischen/Persischen Golf blockiert, so die IMO. Für die Besatzungen bedeutet das Aufliegen verlängerte Einsatzzeiten, rechtliche und versicherungstechnische Grauzonen, psychische Belastung und steigende Risiken, etwa im Fall maritimer Notlagen, in denen Evakuierung und medizinische Hilfe durch die militärische Lage erschwert werden.
Zusammengefasst
Folgen richtig kalkuliert?
Militärisch ist die amerikanisch-israelische Koalition dem Iran zwar weit überlegen, wirtschaftlich und industriell aber frisst der Schutz gegen noch nicht vollends vernichtete Raketen, Drohnen und maritime Störpotenziale Irans die eigenen militärischen Bestände und finanziellen Budgets rasant auf. Dazu beziffert das Pentagon die Kosten allein der ersten sechs Kriegstage – in denen über 800 Patriot-Raketen verschossen wurden – auf mehr als 11 Milliarden US-Dollar.
Laut NYT ging die Trump-Administration vor Kriegsbeginn davon aus, dass mögliche Energie- und Schifffahrtsstörungen kurzfristig und beherrschbar wären. Inzwischen zeigen die weltweiten Auswirkungen, dass sich die bestehende Störung als Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft erweist. Und es zeigt sich, dass Washington für die sichere Wiederöffnung der Meerenge von Hormus keinen kurzfristig erkennbaren Plan hat.
Kollateralschäden
Der Krieg gegen Iran entwickelt sich über die militärische Ebene hinaus zu einem Test politischer Belastbarkeit. In den USA verschiebt sich innenpolitisch der Schwerpunkt auf Kriegsvollmachten, Kongresskontrolle, Zustimmungswerte und wirtschaftliche Folgen. In der EU wächst der Druck, transatlantische Solidarität gegen eigene Sicherheits-, Energie- und Stabilitäts-Interessen abzuwägen.
Gleichzeitig wird eine Belastungsprobe für die Bündnisstabilität und Rüstungsindustrie sichtbar: NATO und EU müssen mittlerweile ihre begrenzt vorhandenen Luftverteidigungs-, Seeziel- und Präzisions-Munitionsbestände mindestens für zwei aktive Kriegsschauplätze (Ukraine und Iran) vorhalten.
Für die arabischen Staaten, vor allem die Golfmonarchien, werden äußere Verwundbarkeit und innere Regimestabilität zu Grundsatzfragen. Obwohl selbst zum Ziel iranischer Angriffe geworden, scheuen sie wegen gesellschaftlicher Spannungen, wirtschaftlicher Risiken und begrenzten Vertrauens in die Trump-Administration eine wahrnehmbare Eskalation gegenüber dem Iran.
Im Globalen Süden verstärkt der Krieg Debatten über Souveränität, internationales Recht und westliche Doppelstandards. China und Russland nutzen die Lage, um sich diplomatisch als Gegenpol zum Westen zu inszenieren – und nicht zuletzt aus der Instabilität ökonomische Gewinne zu ziehen. Die ASEAN-Region reagiert vor allem mit Appellen zur Deeskalation und Einhaltung des Völkerrechts in der Sorge um den Schutz eigener Staatsangehöriger im Krisenraum. Australien bleibt politisch auf westlicher Linie.
Ausblick
Der Konflikt tritt in eine neue Phase ein. Der rasche Regime-Wechsel im Iran hat sich nicht realisieren lassen. Die Neutralisierung der iranischen Urananreicherungs-Kapazitäten ist nicht vollständig gesichert. Allerdings scheint eine großformatige Raketenoffensive des Iran weitgehend unterbunden. Seinerseits geht der Iran über zu einer Guerilla-Kriegführung zur See. Seine nadelstichartigen Angriffe gegen den Seeverkehr zielen darauf ab, die Risiken unkalkulierbar zu machen, Versicherungsraten in unbezahlbare Höhen zu treiben und vor allem die globalen Warenströme zu lähmen. Die „Westlichen Kräfte“ stehen vor der Herausforderung einer Geleit- und Sicherungs-Operation für die zivile Schifffahrt, damit ein Abreißen der weltweiten Lieferketten am Hormus die Weltwirtschaft nicht auf einen Schlingerkurs führt.
Strategisch ist die Lage offener, als das Kräfteverhältnis auf den ersten Blick vermuten lässt: Der Seeweg durch Hormus bleibt unterbrochen, der weltweite See- und Energie-Handel ist gestört, die Golfstaaten stehen unter Druck, und die westliche Munitionsverbrauchs- und Kosten-Kurve steigt weiter an. Womit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur weniges auf eine entscheidende und zeitnahe Beendigung, aber vieles auf einen fatalen, weil andauernden und asymmetrischen Abnutzungskrieg ohne Gewinner hinweist. Es darf aber bitteschön auch alles ganz anders kommen!
ajs, hsc, hum
