Die maritime Industrie ist ein zentraler Standortfaktor für Schleswig-Holstein – doch unsichere industriepolitische Rahmenbedingungen, geopolitische Spannungen und stockende Genehmigungen gefährden ihre Wettbewerbsfähigkeit - sagt die IHK Schleswig Holstein.
Beim 8. Maritimen Parlamentarischen Abend wurde ein deutliches Signal gesetzt: schnellere Verfahren, verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen, damit die maritime Wertschöpfungskette stabil bleibt und wachsen kann.
Ausgehend von ihrer geostrategischen Lage gehört die maritime Wirtschaft Schleswig-Holsteins zur industriellen Mitte Deutschlands. Um diese Position zu sichern, bedarf es klarer politischer Vorgaben. Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo verlässliche Rahmenbedingungen, effiziente Entscheidungsprozesse und eine moderne Infrastruktur gewährleistet sind. Die veränderte sicherheitspolitische Lage verdeutlicht die Notwendigkeit robuster nationaler Industriekapazitäten. Stabile Lieferketten, souveräne Beschaffungswege und eine leistungsfähige maritime Industrie werden zunehmend zu sicherheitsrelevanten Faktoren. Schleswig-Holstein benötigt gezielte Investitionen, resiliente Entscheidungsstrukturen und eine klare politische Priorisierung maritimer Sicherheitstechnologien. Industrie‑, Sicherheits‑ und Standortpolitik müssen konsequent zusammengedacht werden.
Die Landesregierung unterstreicht die besondere sicherheitspolitische und infrastrukturelle Rolle der maritimen Wirtschaft. Schnelle, effiziente Entscheidungen sowie internationale Kooperationen sind entscheidend, um die maritime Flottenmodernisierung Deutschlands und seiner Verbündeten zu unterstützen. Mit Initiativen wie dem TechHUB SVI Nord stärkt Schleswig-Holstein zudem technologiebasierte Innovationen im Sicherheits‑ und Verteidigungsbereich. Leistungsfähige maritime Wertschöpfungsketten hängen von resilienten Lieferstrukturen, verlässlichen Partnerschaften und planbaren politischen Rahmenbedingungen ab.
Kernforderungen der IHK Schleswig-Holstein
Um die maritime Industrie nachhaltig zu stärken, fordert die IHK Schleswig-Holstein unter anderem, die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie digitalisierte und klare Zuständigkeiten. Außerdem müsse die Infrastruktur, einschließlich Verkehrswege, Kaikanten und Wasserzugänge dringend modernisiert werden. Man brauche mehr Planungssicherheit für Werften und Zulieferer durch frühzeitig kommunizierte und zuverlässig umgesetzte Projekte. Zudem müssen die Zuwanderung von Fachkräften und Ausbildungsstrukturen erleichtet werden. Die Kooperation im Marineschiffbau muss gestärkt werden, wichtig ist auch die stärkere Vernetzung entlang der maritimen Wertschöpfungskette. Insbesondere die seit Jahren im wieder verzögerte Finanzierung der Altlastenbeseitigung und Munitionsbergung und Entwicklung entsprechender Werftkapazitäten. Ziel sei es - so die IHK - , auf Bundes- und Landesebene die nötigen Rahmenbedingungen einzufordern, die eine leistungs- und zukunftsfähige maritime Industrie ermöglichen.
