Patrouillenboot OPV-76. Foto: Defence News Nigeria

Patrouillenboot OPV-76. Foto: Defence News Nigeria

Nigerianische Marine – Nigeria übernimmt mehr Verantwortung

Zum 70. Jahrestag der Aufstellung einer eigenständigen Marine nach der Auflösung als Britisches Protektorat zeigt sich Anfang Juni die nigerianische Marine offen für mehr verantwortliche Aufgaben im Rahmen westafrikanischer Sicherheit auch auf See: Neben einer Flottenparade mit benachbarten Staaten und der Indienststellung von drei neuen Patrouillenfahrzeugen wurde der Grundstein gelegt für eine West African Combined Maritime Task Force (CMTF) mit Hauptquartier in Lagos.

Zur Parade vor dem Victoria Island fuhren 28 Schiffe und Boote aus den umliegenden Staaten von Kamerun bis zur Elfenbeinküste und sogar Brasilien auf. Mit einem Personalstand von etwa 20 000 und der stattlichen Zahl von einhundert Einheiten – von der 45-jährigen Blohm+Voss-Fregatte „Aradu“ (MEKO 360H1, 126 Meter, 3600 Tonnen) über zwei 60-jährige Hamilton Coast Guard Cutter und zwei neuere chinesische Korvetten bis hin zu einer Vielzahl an OPVs und kleineren Wachbooten – zählt die nigerianische Marine zu einer der umfangreichsten des Kontinents.

Deep Blue Lagos. Foto: Nigerianische Marine
Deep Blue Lagos. Foto: Nigerianische Marine

Zumindest ist sie der Platzhirsch am Golf von Guinea, wo Piraterie und Wirtschaftskriminalität zwischen Lagos und Port Harcourt immer noch die größten Herausforderungen darstellen. Nachdem in 2024 zwei moderne 76-Meter-OPV mit Hubschrauberdeck aus türkischer Produktion gekauft werden konnten, wurden im Juni drei weitere 46-Meter-Neubauten aus chinesischer Werft abgeliefert und in Dienst gestellt. Der Nigerian Naval Dockyard als nationaler Hersteller konnte dieses Jahr ebenfalls drei kleinere Neubauten beisteuern. Auf internationaler Ebene soll CMTF als „stehende“ Task Force aus den Beitragsnationen Nigeria, Ghana, Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone, und Gambia – mit dem Gros der Einheiten gestellt von Nigeria – im Golf von Guinea und entlang des westafrikanischen Bogens die Sicherheit und Reaktionsfähigkeit in eigene militärische Hände nehmen. Zum 70. Geburtstag also kein Rückblick, sondern eine Perspektive für die Zukunft!

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