Die katastrophale Lage im Sudan und damit verbunden das Ausbleiben jeglicher Fortschritte im Hafenbau haben wohl dazu geführt, dass Russland seine Betstrebungen bezüglich einer Präsenz „East of Suez“ an den Nagel gehängt hat. Jedenfalls hat Moskau erklärt, dass es seine Pläne für den Ausbau einer russischen Marinebasis in Port Sudan aufgegeben hat. Ein Ausgestalten des in 2017 noch unter Machthaber Omar al-Bashir und dem Kreml ausgehandelten Abkommens kam mit dem Ausbruch der Kampfhandlungen 2023 zum Erliegen. Auch wenn die Sudanese Armed Forces (SAF) den gesamten Nordosten des Landes kontrollieren, so zeigte im Mai ein massiver Drohnenangriff der Rapid Support Forces (RSF) auf den SAF-Marinestützpunkt nahe Port Sudan, dass russische Interessen in der aktuellen Lage dort von keiner Seite effektiv geschützt werden können. Auch der Verlust von Tartus an der syrischen Küste und die damit verbundene Niedergang der russischen Präsenz im Mittelmeer sowie der Ukraine-Krieg selbst haben den Bestrebungen Russlands für einen Ausbau logistischer Stützpunkte außerhalb der eigenen Flottenbereiche die Grundlagen und Voraussetzungen entzogen. Das wiederum setzt die wenigen verbliebenen Mittel frei für ein Wiederaufleben russischer Präsenz in der Ostsee und der Arktis.
