Royal Navy – Segelschulschiff für die Offiziersausbildung
Wer auf einer Insel wohnt, der muss das Segeln nicht erst lernen – der ist mit Wind und Wetter, mit dem Meer und auf kleinen Booten groß geworden. Einem richtigen Segelschulschiff, wie es manche kontinentale Marine für Ausbildungs- und Repräsentationszwecke sehr schätzt, braucht man da nicht viel Beachtung zu schenken. Hat man auch über viele Jahrzehnte bei der Royal Navy nicht getan.
Heute allerdings, wo auch im Vereinigten Königreich die Jugend eher mit Smartphone und Tablet aufwächst als mit See und Sand, da besinnt man sich wieder auf traditionelles Handwerk: Die Royal Navy erprobte vergangenen Sommer die seemännische Grund- und Gemeinschaftsausbildung für Offiziersanwärter auf einem Segelschulschiff, weil zwar virtuell vernetzte, aber eher teamunfähige junge Marineanfänger genau diese traditionellen Befähigungen einer Seefahrernation nun wieder „erlernen“ müssen.
Dabei fing man klein an. Zunächst wurde das Konzept an Bord der „Pelican of London“ getestet, einem als Barkentine mit Rahsegeln geriggten Schiff der Handelsmarine, das auf mehrwöchigen Törns in der Irischen See vom Bristol Channel bis nach Belfast kreuzte.
Die jeweils 32 Offiziersanwärter mit ihren vier Ausbildern und einigen Mannschaftsdienstgraden waren begeistert – hinterher. Einige der Kadetten waren das erste Mal auf See, weit außerhalb ihrer persönlichen Komfortzone.
Das erfolgversprechende Programm soll in 2026 auch wieder mit einem Charterschiff fortgesetzt und verstetigt werden. Da schau her! An einen Großsegler wagt man sich aber nicht heran – das Geld hatte man vor Jahren schon für die beiden Flugzeugträger ausgegeben.
