USS „Abraham Lincoln“ (CVN-72) kehrt nach 321 Tagen vom Einsatz zurück. Bild: San-Diego-Webcam

USS „Abraham Lincoln“ (CVN-72) kehrt nach 321 Tagen vom Einsatz zurück. Bild: San-Diego-Webcam

US-Marine – Neue Hafenstandorte als Alternative zu Bahrain gesucht

Die U.S. Navy prüft nach Angaben ihres Chief of Naval Operations, Admiral Daryl Caudle, alternative Möglichkeiten für Hafenaufenthalte ihrer Flugzeugträgerkampfgruppen im Nahen Osten und im Indischen Ozean.

Gemeinsam mit dem Kommandeur der U.S. Naval Forces Central Command und 5. US-Flotte, Vizeadmiral Curt A. Renshaw, untersucht Caudle demnach unter anderem Optionen in Kenia, auf Diego Garcia und in Indien. Auch Singapur wird als Möglichkeit genannt, das rund 3.000 Seemeilen vom bisherigen Einsatzgebiet im Arabischen Meer entfernt liegt.

Hintergrund ist der Wegfall der bisherigen Nutzungsmöglichkeiten in Bahrain. Die Basis war beim iranischen Angriff vom 28. Februar 2026 schwer beschädigt worden. Laut Military Times erklärte der Chief of Naval Operations, die Navy werde die Naval Support Activity Bahrain auf absehbare Zeit nicht wieder nutzen. Auch USNI News ordnet dies ausdrücklich als Reaktion auf die notwendige Neubewertung der Logistikketten nach dem Angriff auf die US-Einrichtungen in Bahrain ein.

Auch die aktuelle Erfahrung mit der USS „Abraham Lincoln“ mit 265 Tagen auf See ohne regulären Hafenaufenthalt wirkt sich in den Überlegungen aus und soll zukünftig Hafenaufenthalte an weniger durch iranische Angriffe gefährdeten Orten ermöglichen. Auf der „Lincoln“ wurden auch durch Familienmitglieder Vorwürfe über Lebensmittelknappheit, hygienische Mängel und Suizidversuche an Bord bekannt. Die US-Marine wies zwar schwerwiegende Probleme zurück, leitete aber schließlich die Ablösung ein. Nach über zehnmonatiger Abwesenheit kehrte der Flugzeugträger am 8. Oktober 2026 in seinen Heimathafen nach San Diego zurück und beendete damit einen 321 Tage dauernden Einsatz.

Dieser Einsatz verdeutlicht die Grenzen lang andauernder Trägeroperationen und deren Auswirkungen auf die Moral der Besatzung und auch auf die öffentliche Wahrnehmung. Die Suche nach Alternativen zu Bahrain zeigt damit ein logistisches Problem der US-Marine im Indischen Ozean und im Nahen Osten auf. Je weiter geeignete Häfen vom Einsatzgebiet entfernt liegen, desto größer werden Zeit- und Versorgungsaufwand. Zugleich können die Belastungen der Besatzungen bei lang andauernden Einsätzen nur begrenzt durch operative Maßnahmen ausgeglichen werden. Die künftige Einsatzplanung wird daher stärker davon abhängen, welche regionalen Partner verlässliche Hafenaufenthalte für Versorgung, Instandhaltung und Erholung ermöglichen.

Ein Einzelfall ist die lange Einsatzdauer der „Abraham Lincoln“ nicht, wie nachfolgende Tabelle zeigt:

Longest Carrier Deployments Since 1964

Quelle: US Navy, USNI News Carrier Database, * Stand: Oct. 8, 2026

332 Tage – USS MIDWAY (CVA-41) 1972-1973

329 Tage – USS CORAL SEA (CVA-43) 1964-1965

326 Tage – USS Gerald R. Ford (CVN-78) 2025-2026 *

321 Tage – USS ABRAHAM LINCOLN (CVN-72) 2025-2026 *

308 Tage – USS SARATOGA (CVA-60) 1972-1973

300 Tage – USS FRANKLIN D. ROOSEVELT (CVA-42) 1972

298 Tage – USS ORISKANY (CVA-34) 1972-1973

298 Tage – USS BONHOMME RICHARD (CVA-31) 1964

294 Tage – USS ABRAHAM LINCOLN (CVN-72) 2019-2020

292 Tage – USS AMERICA (CVA-66) 1972-1973

290 Tage – USS ABRAHAM LINCOLN (CVN-72) 2003

kdk, The Maritime Executive, USNI News

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