Es geht um den Kampfjet der 6. Generation: Während das NGAD-Modell (Next Generation Air Dominance) der US Air Force aufgrund explodierender Kosten auf Eis gelegt wurde und nun günstigere Drohnen in den Fokus rücken, hält die US Navy weiterhin an ihrem geplanten F/A-XX-Kampfjet fest. Die Marine geht davon aus, dass der Auftrag für das neue Modell bald vergeben wird und rechnet mit einer Indienststellung in den 2030er-Jahren.
Diese Entwicklung kommt überraschend, denn noch Mitte des Jahres wollte der US-Senat 90 Prozent der von der Marine geforderten Entwicklungsmittel für die F/A-XX streichen. Möglich wäre nun eine Zusammenarbeit zwischen Air Force und Navy, bei der die Navy die Projekthoheit übernimmt. Einer der beiden Teilstreitkräfte muss die Führung übernehmen, wenn es um den zukünftigen 6th-Generation Fighter geht!
Der aktuelle Plan sieht vor, dass die F/A-XX wie ursprünglich vorgesehen die F/A-18 und EA-18G ablöst und möglicherweise sogar den Stealth-Fighter F-35C ersetzt. Die F-35 könnte dabei als Blaupause für die Entwicklung dienen – allerdings war sie von Anfang an für alle drei Teilstreitkräfte konzipiert. Die Air Force erhielt die F-35A, das US Marine Corps die senkrecht startende F-35B, und die Navy die speziell für Flugzeugträger angepasste F-35C.
Für das 9-Milliarden-Dollar-Projekt konkurrieren derzeit Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman. Doch der ehrgeizige Zeitplan der Navy stößt auf Skepsis – insbesondere im Vergleich zur Entwicklung der F-35: Das Joint Strike Fighter (JSF)-Programm begann bereits 1993, Lockheed Martin gewann mit der X-35 im Jahr 2001 die Ausschreibung, und erst 2015 wurde die erste F-35 in Dienst gestellt.
Wäre es also doch sinnvoller, stärker auf autonome Drohnen zu setzen, die sich schneller und kostengünstiger entwickeln lassen als bemannte Jets? Die Antwort liegt vermutlich in einer Kombination beider Konzepte – denn um zukünftige Bedrohungsszenarien zu beherrschen, wird es sowohl hochentwickelte Kampfjets als auch unbemannte Systeme brauchen.
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