Der chinesische Lenkwaffenzerstörer GUILIN (Typ 052D/Luyang-III-Klasse) nimmt nach einer Kollision im August 2025 wieder an Gefechtsübungen im Südchinesischen Meer teil. Nach Angaben chinesischer Militärmedien gehörte das Kriegsschiff zu einem Flottenverband der Volksbefreiungsarmee (PLA).

Neben der GUILIN (164) beteiligten sich die Schwesterschiffe WEINAN (166), CHANGSHA (173) und GUIYANG (119) sowie der Zerstörer ZUNYI (107/Typ055) an den Übungen. Ein von Chinese Military Online veröffentlichter Bericht zeigt den Einsatz von Bordkanonen, Nahbereichswaffensystemen, Marschflugkörpern und Flugabwehrlenkflugkörpern.
Die Übungsteilnahme zählt zu den ersten öffentlich dokumentierten Aktivitäten der GUILIN seit der Kollision in der Nähe des Scarborough-Riffs im August 2025. Damals stieß der Zerstörer bei der Verfolgung des philippinischen Küstenwachschiffs BRP SULUAN (MRRV-4406/Parola-Klasse) mit dem chinesischen Küstenwachschiff CCG 3104 (Typ 056/Jiangdao-Klasse) zusammen und der Bug wurde bei der Kollision schwer beschädigt. Die GUILIN selbst erlitt vergleichsweise geringe Schäden, war seit dem Unfall jedoch nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten.

Angesichts der anhaltenden Territorialkonflikte mit den Philippinen verstärkt China seine militärische Präsenz im Südchinesischen Meer. Im Mittelpunkt stehen umstrittene Riffe, Untiefen und künstlich aufgeschüttete Inseln. Chinesische Staatsmedien stellen die militärischen Aktivitäten als Reaktion auf angebliche Rechtsverletzungen und Provokationen dar. Als solche wertet Peking auch gemeinsame Patrouillen der Philippinen mit Partnern wie Australien, Japan und den USA.
Die philippinische Marine verlegt ihrerseits Kriegsschiffe in das Seegebiet. Im Kräftevergleich verfügt China jedoch über deutlich mehr Einheiten und größere Feuerkraft. Diese quantitative Überlegenheit erschwert es Manila, seine maritimen Interessen ohne die Unterstützung von Partnern dauerhaft durchzusetzen.
Die Rückkehr der GUILIN in öffentlich dokumentierte Gefechtsübungen belegt, dass das Schiff seine militärischen Aktivitäten wieder aufgenommen hat. Zugleich unterstreicht sie Chinas Bestreben, seine Präsenz im Südchinesischen Meer aufrechtzuerhalten und seinen Einfluss in der Region auszubauen.

Während die Besatzung des philippinischen Küstenwachschiffs wegen hervorragender Seemannschaft ausgezeichnet wurde, hüllte sich die chinesische Marine ein Jahr lang in Schweigen. So ist auch nicht bekannt, ob der Kommandant ausgewechselt wurde. Denn die derart aggressive Schiffsführung kostete zwei Besatzungsangehörigen der Coast Guard das Leben, wie die chinesische Küstenwache erst im August 2026 bestätigte.
Das veröffentlichte Video wirft erneut die Frage auf, welchen Stellenwert die chinesischen Marine „guter Seemannschaft“ und dem „Manöver des letzten Augenblicks“ beimessen.
Die philippinische Küstenwache dokumentierte die Kollision
kdk, USNI-News, PCG


