Bernhard Gruben im Einsatz. Foto: DGzRS

Bernhard Gruben im Einsatz. Foto: DGzRS

Hamburg: Technologiesprung für die Seenotrettung

Neu entwickelte Kamerasysteme sollen als künstliche Augen die automatisierte Suche nach schiffbrüchigen Personen entscheidend verbessern. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) forscht gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an dieser neuen Technologie.

Herausforderung

Auf Distanz, bei schlechter Sicht und bei Nacht kommen die Augen aller Seenotretter und Seenotretterinnen schnell an ihre Grenzen. Zwar können Infrarotkameras und Restlichtverstärker größere Objekte gut entdecken. Aber Menschen im Wasser sind zu klein, insbesondere wenn nur der Kopf herausschaut. In digitalen Bildern nehmen diese „Objekte“ deshalb oftmals nur wenige Pixel ein. Ob es sich dann um ein Störsignal oder eine Person handelt, können die Systeme nicht immer zuverlässig darstellen.

Seenotrettungsschiffe bei nächtlicher Übungssuche. BSH / Jörn Kallauch
Seenotrettungsschiffe bei nächtlicher Übungssuche. BSH / Jörn Kallauch

Zielsetzung

Das BSH und die DGzRS haben Anfang Dezember 2024 eine entsprechende Vereinbarung in Hamburg unterzeichnet, um das Projekt mit leistungsstärkeren Sensoren und genauerer Datenverarbeitung unter realistischen Bedingungen auf See und mit schwimmenden Menschen zu testen. Derartige Systeme könnten künftig dann auch auf Handelsschiffen während der Fahrt ständig die Umgebung beobachten und Hindernisse melden, etwa Baumstämme, Container oder auch Rettungsinseln.

Darüber hinaus beabsichtigen BSH und DGzRS die Tragweite von Rettungsmittelleuchten und die Leistung elektrooptischer Systeme wie Nachtsichtgeräte zu verbessern, um auch ohne die neu entwickelten Kamerasysteme über Bord gegangene Personen besser und schneller wiederfinden zu können.

kdk, NDR

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