Maersk Essen nach Containerverlust. Quelle: Danish Maritime Accident Investigation Board (DMAIB)

Maersk Essen nach Containerverlust. Quelle: Danish Maritime Accident Investigation Board (DMAIB)

IMO: Neue Regeln für verlorene Container

Mit den im Mai 2024 verabschiedeten Änderungen des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS), wird eine Meldepflicht für alle auf See verloren gegangenen Container vorgesehen. Sie soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten und die Sicherheit im Seeverkehr und den Schutz der Umwelt verbessern.

Erstmals werden klare Bestimmungen festgeschrieben, sowohl für die Schiffsführung, als auch zur Schnelligkeit der Meldung. So sind bestimmte Einzelheiten an Schiffe in der Nähe, an den nächstgelegenen Küstenstaat und den Flaggenstaat zu melden. Sobald zusätzliche Informationen zur Verfügung stehen, sind die Meldungen zu aktualisieren. Bei beobachteten treibenden Containern müssen Position und Gesamtzahl der gesichteten Container gemeldet werden. Durch die zukünftig schnellen und detaillierten Meldungen soll rascher reagiert und potenzielle Umweltgefahren vermindert werden.

Der Weltschifffahrtsrat (World Shipping Council - WSC), ein Branchengremium der Linienschifffahrt mit Beraterstatus bei der IMO, sammelt seit 2008 Informationen über die Zahl der auf See verloren gegangenen Container. Die Daten werden regelmäßig im Bericht „Containers Lost at Sea“ veröffentlicht und der IMO vorgelegt.

Die jährlichen Verluste variieren stark und sind überwiegend auf die Containerschifffahrt im Pazifik zurückzuführen.

So verlor die „ONE Apus“ (14.000 TEU) im November 2020 bei einem Unwetter etwa 1600 Seemeilen (ca. 3000 km) nordwestlich von Hawaii mehr als 1.800 Container, darunter mehr als 60 mit gefährlichen Gütern.  Die „Maersk Essen“ (13.000 TEU), die 2021 ebenfalls von einem Unwetter auf dem Weg von China nach Los Angeles (USA) heimgesucht wurde, verlor etwa 750 Container. Die durchschnittliche Anzahl der verlorenen Container für die Jahre 2020-2022 lag bei 2.301 pro Jahr, ein deutlicher Anstieg gegenüber den durchschnittlich 779 verlorenen Containern pro Jahr in den vorangegangenen drei Jahren (2017-2019).

Jeder einzelne verlorene Container ist ein unkalkulierbares Risiko, für die Schifffahrt und für die Umwelt.

kdk

Quelle: gCaptain

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