Foto: die iranische Fregatte IRIS Dena, Michael Nitz, Naval Press Service, 02.2026

Foto: die iranische Fregatte IRIS Dena, Michael Nitz, Naval Press Service, 02.2026

Iranische Marine schwer geschlagen - Liste der Verluste

Iran verfügt wahrscheinlich noch über genügend Raketen und Drohnen, um die Intensität der Angriffe zumindest für mehrere Tage fortzusetzen. Die reguläre iranische Marine ist quasi zerstört. Aber die Revolutionsgarden mit ihren Maritimen Kleinkampfeinheiten scheinen weiterhin in der gesamten Region präsent zu sein. es könnte laut der Schifffahrtleitung der Deutschen Marine einen Übergang zu asymmetrischer Kriegsführung ("All in") durch den Iran werden.

Am sechsten Tag der Militäroperationen „Epic Fury“ (USA) und „Rising Lion“ (Israel) kann man das Ende der Seestreitkräfte des Iran konstatieren. Zumindest ist sie als kohärenter Verbund nicht mehr existent. Während die erste Phase des Konflikts durch die Ausschaltung der landgestützten Luftverteidigung und Command-and-Control-Zentren (C2) geprägt war, könnte der heutige Tag den Übergang zur Phase der „Area Denial Neutralization“ markieren. Der Iran ist als konventioneller maritimer Akteur weitgehend neutralisiert.

Chronologie

Tag 1–5: Der Kollaps der iranischen Seekriegskapazitäten verlief in drei präzise aufeinander abgestimmten Phasen:

Tag 1–2 (SEAD & C2): Massive Schläge gegen Radaranlagen und Kommunikationsknoten. Ein chirurgischer Luftschlag auf das Hauptquartier in Bandar Abbas führte zum Tod von Konteradmiral Shahram Irani, dem Oberbefehlshaber der regulären Marine (Artesh). Dies löste ein operatives Vakuum aus, von dem sich die Flottenführung nicht mehr erholt hat.

Tag 3–4 (IRGC-Neutralisierung): Gezielte Angriffe auf die Schnellboot-Basen der Revolutionsgarden. Schätzungsweise 70 % der Kleinkampfmittel (Zolfaqar- und Tondar-Klasse) wurden durch Loitering Munition bereits in ihren Verstecken zerstört.

Tag 5: Systematische Versenkung der verbliebenen Überwassereinheiten in den Häfen von Chah Bahar und Buschehr.

Analyse der Hauptverluste (Stand 05.03.2026)

Die aktuelle Battle Damage Assessment (BDA) weist den Verlust der technologischen und strategischen Spitze Irans aus.

  • IRIS „Dena“ (Moudge-Klasse Fregatte): In einer historisch bedeutsamen Operation wurde die Dena ca. 40 Seemeilen südlich von Galle, Sri Lanka, durch ein US-Atom-U-Boot der Virginia-Klasse mittels Mark 48 ADCAP Torpedo versenkt. Die Fregatte befand sich auf dem Rückmarsch von der Übung MILAN 2026 und wurde als „Out-of-Area“-Bedrohung neutralisiert. Siehe Ziff. III.
  • IRGC „Shahid Mahdavi“ (Hilfsschiff für asymmetrische Seekriegsführung): Das umgebaute Containerschiff sank im Golf von Oman nach massiven Treffern durch LRASM-Seezielflugkörper. Mit ihr verliert der Iran seine einzige mobile Basis für Drohnenstarts und ballistische Container-Raketen weitab der eigenen Küste.
  • Während die Korvette „Jamaran“ bereits am 03. März in Chah Bahar versenkt wurde, kenterte die schwer beschädigte Fregatte „Sahand“ gestern, am 04. März, an ihrem Liegeplatz in Bandar Abbas.
  • U-Boot-Waffe: Die drei Einheiten der Kilo-Klasse (Projekt 877) gelten als „blockiert“. Durch Luftschläge auf die Bunkerzugänge in Bandar Abbas sind diese Einheiten derzeit manövrierunfähig und für den Konflikt faktisch ausgefallen.

Die Versenkung der „IRS Dena“ und Hegseth’ s Irrtum

Besondere Aufmerksamkeit erregte die Versenkung der Fregatte IRIS „Dena“ am 04. März 2026. Das Schiff wurde ca. 40 Seemeilen südlich von Galle (Sri Lanka) durch einen Mark 48 ADCAP Torpedo eines US-U-Boots der Virginia-Klasse zerstört. Das sei laut US-Verteidigungsminister Pete Hegseth der „erste Torpedoeinsatz gegen ein feindliches Kriegsschiff seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“. Das ist nicht korrekt: Im Falklandkrieg 1982 wurde der argentinische Kreuzers ARA „General Belgrano“ durch das britische U-Boot HMS „Conqueror“ versenkt, zudem hat die indische INS Khukri durch einen Torpedo die pakistanische Hangor 1971 versenkt. Es handelt sich aber um den ersten Torpedoeinsatz eines US-amerikanischen U-Boots gegen eine feindliche Überwassereinheit seit 1945.

Sicherung der Seewege

Das entstandene Machtvakuum wird derzeit durch eine massive internationale Flottenkonzentration stabilisiert. Im Fokus steht die Sicherung der Sea Lines of Communication (SLOC) gegen verbliebene asymmetrische Nadelstiche und die erhebliche Minenbedrohung.

  • UK (Royal Navy): Entsendung der HMS Prince of Wales (R09) Carrier Strike Group mit Fokus auf spezialisierte Minenabwehr (MCM).
  • Frankreich (Marine Nationale): Wie von Staatspräsident Macron angekündigt, verlegt die Trägergruppe um die Charles de Gaulle (R91) (vor kurzem noch in Westschweden) in das östliche Mittelmeer. Frankreich positioniert sich damit als Schutzmacht die europäische Südflanke und schickt das Signal, dass es seine historisch tief verwurzelte Interessen wahrnimmt und aktiv ausübt. Die Präsenz dient der Rückversicherung alliierter Staaten und der Absicherung gegen eine horizontale Eskalation des Konflikts.
  • Regionale Partner: Griechenland entsendet eine Fregatte der Hydra-Klasse (EU-Mission ASPIDES), während die Türkei durch die Verlegung der TCG Anadolu und Begleitschiffen Präsenz zeigt, um regionale Interessen abzusichern.

Das Ende der iranischen Blue-Water-Ambitionen

Mittels KI erstellte Karte der iranische Dislozierung
Mittels KI erstellte Karte der iranische Dislozierung

Der Kollaps lässt sich nicht nur an den Verlusten festmachen. Ohne integrierte Luftverteidigung und moderne Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES) bleiben die verbleibenden iranischen Einheiten weitgehend schutzlos. Bei fortschreitender Vernichtung werden die iranischen Seestreitkräfte auf den Status einer reinen Küstenverteidigungskraft zurückgeworfen.

Die Straße von Hormus entwickelt sich zu einem hochkomplexen Schauplatz der hybriden Absicherung. Die Herausforderung liegt nun darin, asymmetrischen Angriffen und den Minen etwas entgegenzusetzen. Zudem besteht die Herausforderung für die sich bildende maritime westliche Koalition darin, von der massiven Zerstörung zur Sicherung umzustellen, um die Ölmärkte zu beruhigen. Alle Schiffe und Besatzungen mit deutschen (DEU) Verbindungen sind in direkter Gefahr.

 

Iranische Schiffsverluste

Geolokalisation iranischer Schiffsverluste (Stand: 05.03.2026)

Standort Koordination (ca.) / Region Betroffene Einheit(en) Status Zugehörigkeit
Buschehr (Marinebasis) 28°59'N 50°50'E Schnellboot-Flottille (Tondar-Klasse) Ca. 40% zerstört (Hafenbecken) IRGC
Buschehr (Hafen) 28°58'N 50°51'E Unterstützungsschiff (Karkas-Klasse) Schwer beschädigt am Kai Artesh (Marine)
Bandar Abbas (Hauptbasis) 27°08'N 56°12'E Sahand (Moudge-Klasse Fregatte) Gekentert am Ausrüstungskai Artesh (Marine)
Bandar Abbas (Trockendock) 27°09'N 56°15'E Unbenannte Moudge-Klasse Fregatte Zerstört im Dock (Luftschlag) Artesh (Marine)
Bandar Abbas (U-Boot-Bunker) 27°08'N 56°12'E Kilo-Klasse (Projekt 877) (3 Einheiten) Blockiert/Eingeschlossen (Bunkerschäden) Artesh (Marine)
Straße von Hormus (Qeshm) 26°45'N 55°50'E Diverse Patrouillenboote (Zolfaqar) Multiple Wracks in Küstennähe IRGC
Golf von Oman (Offene See) 25°10'N 59°30'E Shahid Mahdavi (Expeditionsschiff) Versenkt (tiefes Wasser) IRGC
Chah Bahar (Ost-Becken) 25°17'N 60°37'E Jamaran-Klasse (Korvette) Versenkt (Wrack ragt aus dem Wasser) Artesh (Marine)
Indischer Ozean 5°55' N, 80°13' E IRIS Dena (Moudge-Klasse Fregatte) Versenkt (Torpedotreffer, Los Angeles – Klasse) Artesh (Marine)
Jask (Küstenstation) 25°38'N 57°46'E Mobile Küstenbatterien (Noor/Qader) Einige Stellungen neutralisiert IRGC / Artesh

 

 Text: Hans - Uwe Mergener / redaktionell bearbeitet 

Mit Dank an die Kollegen von Europäische Sicherheit und Technik www.esut.de

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