Foto: Multinationale Übung Moelner 2026, Bundeswehr/Julia Kelm

Foto: Multinationale Übung Moelner 2026, Bundeswehr/Julia Kelm

Manöver Mjølner 2026 in Nordnorwegen - Üben an der Nordflanke

Multinationales maritimes Manöver Mjølner 2026 in Nordnorwegen

Am 28. April fand während des Manövers an RAS Anlauf und ein durchgeührtes RAS mit dem Einsatzgruppenversorger Bonn und der Fregatte Sachsen-Anhalt statt.Hier von links nach rechts: Fregatte Sachsen-Anhalt und Einsatzgruppenversorger Bonn
RAS mit Einsatzgruppenversorger Bonn und der Fregatte Sachsen-Anhalt. Foto: Bw/Kelm

Am 1. Mai 2026 liefen im norwegischen Harstad erstmals die beteiligten Schiffe für die Übung Mjølner 2026 ein. Mit ihrer Ankunft beginnt die sichtbare Vorbereitungsphase eines multinationalen maritimen Übungsvorhabens unter deutscher Führung.

Nahezu 2.500 Soldatinnen und Soldaten aus Norwegen, Belgien, Dänemark, Niederlande und Deutschland nehmen an dem Manöver teil. Schweden und Litauen begleiten die Übung als Beobachter. Insgesamt sind acht Schiffe der beteiligten Nationen sowie Kräfte der norwegischen Streitkräfte eingebunden.

Für die Deutsche Marine sind die Fregatten "Sachsen-Anhalt" und "Hamburg", der Einsatzgruppenversorger "Bonn" sowie die Korvetten "Braunschweig" und "Erfurt" beteiligt. Des Weiteren nehmen die norwegische Fregatte "Fridtjof Nansen" und die dänischen Fregatten "Iver Huitfeldt" und "Absalon" am Manöver teil.

Im Mittelpunkt von Mjølner 2026 steht die Ausbildung unter realistischen Einsatzbedingungen. Über mehrere Tage hinweg wird im durchgehenden 24-Stunden-Betrieb auf See und an Land trainiert. Ziel ist es, Abläufe unter Zeitdruck zu festigen, die Zusammenarbeit der Partner weiter zu stärken und das ganze unter hoher Belastung. Die taktischen Schießvorhaben werden zumeist nicht veröffentlicht. Das ist den sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen geschuldet. Die Nordflanke ist der strategisch wichtigste und größte Raum an der Nordflanke. Moelnar ist mehr als eine große Übung: Mjølner steht für die Standfestigkeit der NATO an der Nordflanke.

Manöverpersonal RAS Foto: Bw/Kelm

In der sogenannten CET/FIT-Phase (Combat Enhancement Training / Force Integration Training) bereiten sich die Soldatinnen und Soldaten auf die kommende Woche vor. Es geht darum, nicht nur einzelne Fähigkeiten zu beherrschen, sondern alle Kräfte im Verbund agieren zu lassen.

Text: Red / Fotos: Deutsche Marine/Julia Kelm

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2 Antworten

  1. Sehr geehrter Herr Schaedel,
    herzlichen Dank für Ihre Fragen, die wir hier gerne beantworten wollen, soweit wir die Antworten wissen.
    Es ist international üblich, dass militärische Übungs- und Schießvorhaben zumeist aus Gründen der Geheimhaltung nicht bekannt gemacht werden. Insofern ist es uns als Redaktion nicht möglich, nach Ort und Datum detailliert auf Ihre Frage einzugehen. Spekulationen und Vermutungen sind auch nicht unsere Sache.
    Ganz allgemein können bei Schießübungen Meeresbewohner sterben oder geschädigt werden, insbesondere durch Unterwasserexplosionen und durch starke Sonarsignale. Nach unserem Kenntnisstand wird jedoch bei der Übung Mjølner 2026 überwiegend Überwasser, in der Luft und an Land geübt.
    Moderne Marinen, wie beispielsweise NATO-Mitglieder, versuchen bzw. sind verpflichtet, Beeinträchtigungen durch Sperrzonen, Beobachtung, Zeitplanung, technische Möglichkeiten, akustisches Monitoring und Unterbrechung bei Sichtung zu reduzieren. Ziel ist es immer, Störungen und Verletzungen zu minimieren – vollständig ausschließen lässt sich das Risiko aber nicht.
    Besonders betroffen von starken Druckwellen und Lärm ganz allgemein sind Meeressäuger, wie Wale, Delfine, Schweinswale und Robben. Fische, insbesondere mit Schwimmblase, sind ebenfalls gefährdet (Beispiel: Fischfang durch Sprengung), aber auch wirbellose Tiere wie Krebse, Muscheln, Tintenfische oder Plankton reagieren auf lautstarke Störungen – oft leider schlechter erforscht, aber durchaus relevant.
    Das ist jedoch nicht die einzige Bedrohung. Jedes Jahr werden über 50 Schweinswale an der deutschen Ostseeküste angespült. Forschende vermuten, dass diese Säugetiere beispielsweise in Stellnetzen als Beifang verendet sind.
    Zum Schutz dieser Meeresbewohner können verschiedene technische Möglichkeiten angewendet werden. Gängigstes Verfahren ist der Blasenschleier: Um den extremen Druck von (Minen-) Sprengungen oder bei Ramm-Arbeiten (z. B. beim Bau der Offshore-Windparks) zu dämpfen, wird Druckluft durch am Meeresboden verlegte Schläuche gepresst. Der aufsteigende Vorhang aus Luftblasen absorbiert und streut die Schallwellen, was die Lautstärke deutlich reduziert. Dies ist auch das bevorzugte Verfahren der Deutschen Marine.
    Ein weiteres Verfahren, um Schallenergie zu minimieren sind spezielle Resonatoreinheiten. Diese arbeiten ähnlich wie Schalldämpfer, nur elektronisch. Sie werden um die Lärmquelle im Wasser angeordnet, und „schlucken“ den Lärm.
    Bei der Vernichtung von Munitionsaltlasten werden immer öfter laserbasierte Verfahren oder kontrolliertes Ausbrennen (Verpuffung/Deflagration) anstelle einer echten „High-Order“-Detonation angewendet. Dies erzeugt eine wesentlich geringere Druckwelle.
    Zu Ihrer Frage, wie weit Detonationen im Meer hörbar sind bzw. wie schnell sich Schallwellen ausbreiten, gibt es eine klare physikalische Antwort. Schall bewegt sich in Salzwasser (abhängig vom Salzgehalt (Salinität), Druck (Wassertiefe) und Temperatur) mit durchschnittlich 1.500 m/s. Das ist in knapp 4,5-mal schneller als in der Luft mit 343 m/s.
    Wir hoffen, Ihre Fragen so umfassend wie möglich beantwortet zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen,
    für die Redaktion

    Klaus Klages

  2. Guten Tag,

    werden bei den Schießübungen viele Meeresbewohner getötet? Was wird getan, um diese zu schützen?
    Wie weit schallen die Detonationen im Meer?

    Vielen Dank für eine Rückantwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    H. Schaedel

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