Art Impression MEKO A-200 DEU Inoffiziell Fregatte F 128 Quelle: Bundeswehr

Art Impression MEKO A-200 DEU Inoffiziell Fregatte F 128 Quelle: Bundeswehr

Grünes Licht für vier MEKO A-200 DEU

Es sind vier, noch nicht acht! 

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 8. Juli 2026 die Beschaffung von vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU gebilligt, den entsprechenden Abruf ausgelöst und die Sperre der Haushaltsmittel im Sondervermögen Bundeswehr aufgehoben. Darüber hinaus hat der Ausschuss eine bis Ende 2026 auslösbare Option auf vier weitere Einheiten gebilligt. Wie TKMS in einer Pressemitteilung vom selben Tag angab, ist damit "der Weg zur formalen Vertragsunterzeichnung frei" – der eigentliche Bauvertrag für vier Einheiten kann nun geschlossen werden. Nach übereinstimmenden Angaben des BMVg und TKMS soll die erste Fregatte bereits 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden. TKMS-Chef Oliver Burkhard sprach vom „größten Überwasser-Auftrag in der Geschichte von TKMS" und kündigte an, die Schiffe „aufgrund der Sicherheitslage sehr schnell" bauen zu wollen. Dabei ist an der Küste bereits vor der Veröffentlichung auf bundeswehr.de durchgedrungen, dass man in Bremerhaven bei Stahlbau Nord bereits tätig ist. Gut so.

Arbeiten an der MEKO haben bereits begonnen Foto. bundeswehr.de
Arbeiten an der MEKO haben bereits begonnen Foto: bundeswehr.de

Technisch ist die als F128 geführte MEKO A-200 DEU mit knapp 4.000 Tonnen Verdrängung, 121 Metern Länge und 16,3 Metern Breite deutlich kleiner als die 10.000-Tonnen-F126 – und auch etwas größer als die bereits im Dienst stehende A-200-Basisversion (rund 3.600 Tonnen), aber kleiner als die von TKMS ebenfalls vermarktete A-210 (rund 4.700 Tonnen). Der Entwurf sieht als Bewaffnung vor: Mk-41-Vertikalstartsystem für ESSM-Flugkörper, RIM-116-Nahbereichssystem und ein 127-Millimeter-Geschütz.

Was sind die Konsequenzen aus dem F 126 Ende?

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) hatte am 24. Juni 2026 mitgeteilt, den Bau von insgesamt sechs Fregatten dieses Typs wegen erheblicher Verzögerungen, absehbarer Kostensteigerungen und Risiken bei einem Generalunternehmerwechsel nicht weiterzuverfolgen. Eine Fortführung mit dem neuen Generalunternehmer Naval Vessels Lürssen (NVL) hätte laut Ministerium einen Gesamtfinanzbedarf von über 18 Milliarden Euro bedeutet. Mit dem Aus verbunden sind etliche Konsequenzen für die Zulieferer und besonders die kleineren mittelständischen Unternehmen, die beteiligt sind. Bisher haben diese lediglich einen Fertigungstop verordnet bekommen, über Kompensationen und Umrouten von Aufträgen wurde noch nicht gesprochen. Einige haben bereits investiert, das schlägt in die Bilanzen. Aber auch die "Großen" dürften Sorgen haben: Rheinmetall Naval Systems wies in einer Stellungnahme auf LinkedIn zudem darauf hin, bereits erheblich in Personal und Infrastruktur investiert zu haben – Kapazitäten, die im Vertrauen auf F126 aufgebaut wurden und nun weiter zur Verfügung stehen. Ähnlich äußerte sich German Naval Yards Kiel. Hensoldt selbst erklärte per Ad-hoc-Mitteilung, man prüfe die Folgen. Ferner sind weitere Aspekte noch unabsehbar: in der Bundeswehr muss man jetzt auch Ausbildung, Personalansatz und Infrastruktur dahingehend überprüfen, ob es für die F 128 (so wird die MEKO inoffiziell bereits genannt) passt.

Das alte Vorhaben ist beendet, die F 126 wird uns aber noch eine Weile beschäftigen.

Text: hsc/hum

 

 

 

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