Kapitän zur See Thorsten Bobzin hat nach vier Jahren das Kommando über die Marineflieger übergeben. Er blickt auf eine bewegte Zeit zwischen Systemeinführungen, Nachwuchssorgen und Fähigkeitslücken zurück.

Nach vier Jahren an der Spitze des Marinefliegerkommandos zieht Thorsten Bobzin ein wichtiges Resümee: „Gott sei Dank hatten wir nur einen Flugunfall, der zudem glimpflich ablief.“ Auf die Frage, welche Situation die größte Anspannung ausgelöst hat, nennt er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar dieses Jahres. Die Marineflieger bewiesen ihre Fähigkeiten mit sehr hohem Engagement und einer schnellen Einsatz- und Verlegebereitschaft. In diesem Zusammenhang erwies sich einmal mehr die Fähigkeit des Seefernaufklärers P-3C Orion als herausragendes Asset im Luftraum über See. Ein Fähigkeitsträger, dessen Abschaffung in der jüngeren Vergangenheit der Marineflieger abgewendet werden konnte. Damit wäre für die Deutsche Marine der unwiederbringliche Verlust einer Kernfähigkeit gewesen, katastrophal gerade in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage. Als Konsequenz hätte das Marinefliegergeschwader 3 und indirekt auch das Marinefliegerkommando zur Disposition gestanden. Zukünftig aber wird die P-8A Poseidon als Seefernaufklärer im Dienst der Deutschen Marine stehen.

2. Dez 2022

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