NVL Campus am Standort Lemwerder, Copyrights: Gruppe GME Architekten BDA

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Rheinmetall schließt Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) ab

Rheinmetall gibt am 2. März die vollständige Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL), dem militärischen Geschäftsbereich der Lürssen-Gruppe, bekannt. Das Closing erfolgte zum 1. März 2026. Die Transaktion markiert einen strategischen Meilenstein für den Rüstungskonzern: Rheinmetall steigt vom Zulieferer für Marineausrüstung zum vollwertigen Schiffbauer auf.

Fakten der Übernahme

Rheinmetall erwirbt NVL inklusive aller Töchter: Werften in Bremen-Vegesack (Hauptsitz), Wilhelmshaven, Hamburg und Wolgast. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.100 Mitarbeiter und erzielt voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro Umsatz im laufenden Jahr 2025. Der Kaufpreis bleibt vertragsgemäß geheim. NVL spezialisiert sich auf Marineschiffe wie Fregatten, Korvetten, Patrouillenboote und Minenabwehreinheiten – für Kunden in Deutschland, Europa und weltweit. Seit kurzem engagieren sich die Bremer auch im Bereich Überwasserdrohnen – über ein Joint Venture mit der britischen Kraken Technology Group.

Auf der Internetseite von Rheinmetall ist zu lesen, dass NVL die Division Naval Systems der Rheinmetall AG führen wird – und damit zuständig wird für maritime Lösungen im Überwasserschiffbau. Weiter heißt es: „Die Division Naval Systems (geführt durch die NVL B.V. & Co. KG) ist eine Division der Rheinmetall AG und zuständig für maritime Lösungen im Überwasserschiffbau. Zur Division gehören vier hochspezialisierte Werften in Norddeutschland: Blohm+Voss und die Norderwerft in Hamburg, die Peene-Werft in Wolgast und die Neue Jadewerft in Wilhelmshaven.“

Strategischer Kontext und Implikationen

Der Schritt passt in Rheinmetalls Wachstumskurs inmitten steigender Verteidigungsbudgets. Der Konzern ist bereits im maritimen Einsatz unterwegs. Das Spektrum der angebotenen Systeme reicht von Sensor- und Führungssystemen, Flugabwehr, Marinewaffen und -munition bis zu Spezialsystemen zur Seeminenbekämpfung, Schutzsystemen und Simulatoren für Überwasserschiffe und U-Boote. Nun integriert Rheinmetall auch den Marineschiffbau. Ziel: Komplettsysteme für NATO-Verbände, autonome Plattformen und Küstenschutz. In Zeiten geopolitischer Spannungen stärkt dies die europäische Rüstungsautonomie. Für die Branche bedeutet dies Konsolidierung: Rheinmetall kombiniert NVLs Expertise mit eigenen Systemkomponenten. Lürssen konzentriert sich künftig auf Yachten und zivile Projekte.

Text: hum / redaktionell gekürzt

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