Hanwha Philly Shipyard, vormals Philadelphia Shipyard, steht seit Dezember 2024 unter südkoreanischer Führung und hat ihren ersten Konstruktionsauftrag für die US-Navy gewonnen.
Als Subunternehmer von VARD Marine US Inc. – einem auf Schiffsdesign, Naval Architecture und Schiffbau spezialisierten Unternehmen der italienischen Fincantieri-Gruppe – beteiligt sich die Werft am Entwicklungsprogramm für einen leichten Versorgungstanker T-AOL. Der Auftrag umfasst die Konzeptentwicklung, die Analyse vorhandener ausländischer Entwürfe, Kostenbewertungen sowie die Optimierung für eine wirtschaftliche Fertigung. Damit verbessert Hanwha zugleich seine Ausgangsposition für spätere Bauaufträge.

Die neue Schiffsklasse soll mit marktverfügbarer Technik die Vorausversorgung der US-Seestreitkräfte sicherstellen. Geplant ist ein kleines, leichtes und kostengünstiges Versorgungsschiff, das auch in küstennahen Einsatzräumen operieren kann. Nach bisherigen Studien dürfte die Tragfähigkeit bei rund 3.500 bis 4.000 Tonnen liegen. Der Schiffbauplan für das US-Haushaltsjahr 2023 kalkulierte Kosten von etwa 128 Millionen Euro für die erste Einheit. Im vergangenen Jahr wurden ca. 85 Millionen Euro für die Beschaffung vorab bewilligt. Zum Vergleich: Ein Trägergruppenversorger der John-Lewis-Klasse mit knapp 50.000 Tonnen Verdrängung kostet rund 680 Millionen Euro.
Die Versorgungsflotte steht derzeit besonders im Fokus der US Navy. Eine Flotte bleibt nur einsatzfähig, solange Treibstoff, Munition, Ersatzteile und sonstiger Nachschub gesichert sind. Das Military Sealift Command (MSC), das die Flotte betreibt, kämpft jedoch seit Jahren mit Personalmangel und musste bereits kleinere Unterstützungseinheiten außer Dienst stellen. Der Chief of Naval Operations warnte jüngst, dass das MSC durch hohe Beanspruchung überdehnt sei, gerade im Indo-Pazifik komme ihr jedoch eine zentrale Bedeutung zu.
Eine kampffähige Flotte – auch die Deutsche – ist daher nur so stark wie ihre logistische Unterstützung. Deshalb sind Einsatzversorgung, Personalgewinnung und Durchhaltefähigkeit als strategische Kernaufgaben stets priorisiert zu halten.
kdk, The Maritime Executive

