„USS Gerald R. Ford“ in Souda Bay/Griechenland 2026. Foto: US-Navy

„USS Gerald R. Ford“ in Souda Bay/Griechenland 2026. Foto: US-Navy

US-Flugzeugträger: Neubauprogramm verzögert sich erneut

Nach den Haushaltsunterlagen für das Fiskaljahr 2027 verschiebt sich die Auslieferung des dritten US-Flugzeugträgers der Gerald-R.-Ford-Klasse, der „USS Enterprise“ (CVN-80), auf März 2031. Das vierte Schiff der Klasse, die „USS Doris Miller“ (CVN-81) soll nun erst im Februar 2034 und damit ebenfalls zwei Jahre später als bislang geplant an die Marine übergeben werden.

Als Hauptursache nennt die Navy begrenzte Fertigungskapazitäten bei Newport News Shipbuilding. Die Werft von Huntington Ingalls Industries ist weiterhin das einzige Unternehmen in den Vereinigten Staaten, das nuklear angetriebene Flugzeugträger baut. Nach Angaben der Marine erschweren räumliche Engpässe auf dem Werftgelände derzeit die parallele Modulfertigung für den vierten Träger. Hinzu kommen anhaltende Lieferkettenprobleme sowie Verzögerungen beim Bau der „USS Enterprise“, die sich inzwischen auf das Folgeprogramm auswirken. Mehr zum Modernisierungsprogramm der US-Trägerflotte:

 

Für CVN-81 musste der Rumpfmittelteil der „USS Enterprise“ 2024 innerhalb des Baudocks verlegt werden. Bild: HII Newport News Shipbuilding
Für CVN-81 musste der Rumpfmittelteil der „USS Enterprise“ 2024 innerhalb des Baudocks verlegt werden. Bild: HII Newport News Shipbuilding

Die Entwicklung verdeutlicht die anhaltenden strukturellen Herausforderungen der Ford-Klasse. Während der letzte Träger der Nimitz-Klasse, die „USS George H.W. Bush“, in weniger als sechs Jahren von der Kiellegung bis zur Indienststellung fertiggestellt wurde, verlängern sich die Bauzeiten der neuen Klasse deutlich. Bereits die „USS John F. Kennedy“ (CVN-79), deren Indienststellung nun für März 2027 vorgesehen ist, wird fast zwölf Jahre Bauzeit benötigen.

Für die US Navy hat dies unmittelbare Folgen. Der Kongress schreibt eine Flotte von mindestens elf Flugzeugträgern vor. Um diese Vorgabe einzuhalten, bleibt die ursprünglich zur Außerdienststellung vorgesehene „USS Nimitz“ länger im aktiven Dienst. Auch die Ablösung weiterer älterer Einheiten der gleichnamigen Klasse dürfte sich entsprechend verzögern.

Newport News verweist auf umfangreiche Modernisierungen seiner Infrastruktur. Bereits Ende 2024 wurde das Baudock so umgerüstet, dass erstmals zwei Träger parallel montiert werden können. Die jüngsten Terminverschiebungen zeigen jedoch, dass diese Maßnahmen die Engpässe bislang nicht beseitigen konnten.

US-Kriegsplakat mit Doris Miller, 1943. Grafik: The U.S. National Archives, Public domain
US-Kriegsplakat mit Doris Miller, 1943. Grafik: The U.S. National Archives, Public domain
Namensgeber für CVN-81 ist Doris Miller, der für seinen Einsatz beim Angriff auf Pearl Harbor das Navy Cross erhielt. Bild: US-Navy
Namensgeber für CVN-81 ist Doris Miller, der für seinen Einsatz beim Angriff auf Pearl Harbor das Navy Cross erhielt. Bild: US-Navy

Damit rücken grundsätzliche Fragen zur Leistungsfähigkeit der amerikanischen Werftindustrie und insbesondere des Flugzeugträgerbaus in den Fokus. Angesichts wachsender globaler Spannungen und der zentralen Rolle von Trägerkampfgruppen für die Machtprojektion der USA besitzt der verzögerte Zulauf neuer Einheiten erhebliche strategische Relevanz.

kdk, Maritime Executive, Stars&Stripes

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