U.S. Streitkräfte bauen Trainingsorganisation für Drohnenpiloten auf. Foto: U.S. Army

U.S. Streitkräfte bauen Trainingsorganisation für Drohnenpiloten auf. Foto: U.S. Army

Top Drone – Pentagon professionalisiert Ausbildung für den Drohneneinsatz

Mit dem Lehrgang „Top Drone“ baut das US-Verteidigungsministerium seine Ausbildungsstrukturen für den militärischen Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge konsequent aus. Die Initiative ist Teil der halbjährlichen Technologieveranstaltung „Technology Readiness Experimentation“ (T-REX), auf der neue Systeme unter einsatznahen Bedingungen erprobt und bewertet werden. Ziel ist es, neue Drohnentechnologien schneller in die Streitkräfte einzuführen und gleichzeitig das dafür erforderliche Personal auszubilden.

Der erste viertägige Lehrgang fand im Muscatatuck Training Center bei Camp Atterbury im US-Bundesstaat Indiana statt. In einer simulierten Gefechtsumgebung trainierten Soldaten gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Forschung den Einsatz verschiedener unbemannter Luftfahrzeuge. Das Szenario umfasste urbane Räume, elektronische Kampfführung sowie realitätsnahe Bedrohungen. Im Mittelpunkt standen Navigation, Aufklärung, Manövrierfähigkeit und Durchhaltefähigkeit der eingesetzten Systeme.

Neben funkgesteuerten First-Person-View-Drohnen kamen auch glasfasergebundene Systeme zum Einsatz, die gegenüber elektronischen Störmaßnahmen deutlich robuster sind. Ergänzend demonstrierte das Marine Corps Attack Drone Team den scharfen Einsatz bewaffneter Drohnen. Parallel erprobte das Verteidigungsministerium Sensoren und Verfahren zur Drohnenabwehr.

Foto: Unterwasserdrohne der Marine „Blue Whale“. Bw/Marcel-Kröncke
Unterwasserdrohne der Marine „Blue Whale“. Foto: Bw/Marcel-Kröncke

Nach Angaben der Rapid Assessment or Prototype Technology Task Force soll „Top Drone“ künftig mindestens zweimal jährlich stattfinden. Darüber hinaus entstehen weitere Trainingsanlagen, um Bediener unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen auszubilden und gleichzeitig neue Taktiken sowie Verfahren zu entwickeln.

T-REX dient zugleich als Erprobungsplattform für innovative Technologien. Während der zweiwöchigen Veranstaltung wurden zahlreiche Entwicklungen aus den US-Streitkräften und der Industrie bewertet. Erfolgversprechende Systeme sollen anschließend in beschleunigte Erprobungs- und Einführungsprogramme überführt werden.

Mit „Top Drone“ verfolgt das Pentagon einen integrierten Ansatz, bei dem Ausbildung, Technologieentwicklung und operative Erprobung eng miteinander verzahnt sind. Damit wird deutlich, dass die Einführung unbemannter Systeme nicht allein eine Frage der Beschaffung ist, sondern gleichermaßen qualifiziertes Personal, angepasste Organisationsstrukturen und weiterentwickelte Einsatzverfahren erfordert.

Auch für die Deutsche Marine besitzt dieser Ansatz hohe Aktualität. Der vom Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, formulierte Leitsatz „Jede Einheit ein Drohnenträger“ beschreibt den künftigen Anspruch einer Flotte, die unbemannte Systeme auf möglichst allen Einheiten integriert. Voraussetzung hierfür sind jedoch nicht nur geeignete Plattformen und Drohnensysteme, sondern vor allem eine systematische Ausbildung der Bediener sowie die Entwicklung neuer taktischer Verfahren. Die US-Initiative zeigt, dass diese Elemente von Beginn an gemeinsam aufgebaut werden müssen, wenn unbemannte Systeme ihr volles operatives Potenzial entfalten sollen.

 

 

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