Nach 30 Dienstjahren hat die chinesische Marine (PLAN) das allererste Typschiff der erfolgreichen und lange laufenden Zerstörer der Type 052 außer Dienst gestellt.
Die „Harbin“ und ihr Schwesterschiff „Quingdao“, die als Luhu-Klasse kategorisiert wurden, sind Anfang der Neunzigerjahre zwar in Shanghai gebaut, aber mit reichlich westlicher Technik und Bewaffnung ausgerüstet worden. Der Lenkwaffen-Zerstörer (144 Meter, 5000 Tonnen) fuhr mit amerikanischen Gasturbinen, deutschen Dieselmotoren, Radar, Sonar, Führungs- und Waffeneinsatzsystem sowie Flugabwehr-FK aus Frankreich, dazu Torpedos und Torpedorohre aus Italien. 2004 und 2012 wurden „Harbin“ und „Quingdao“ in zwei Schritten auf chinesische Technik umgerüstet.
Die Harbin war das erste chinesische Marineschiff, das den Pazifik Richtung Amerika durchquerte, Australien besuchte und mehrfach im Golf von Aden gegen Piraterie und in multinationalen Verbänden operierte. Die Luhu-Klasse war der Entwicklungsschritt weg vom russischen Import zum eigenständig chinesischen Zerstörer, zunächst als Type 051, dann Type 052. Daraus abgeleitet wurden später die 7000 Tonnen verdrängenden Zerstörer der Luyang-Klasse mit den Typen 052A, B, C und D/DL – insgesamt über 30 Einheiten. Der Fortschritt des Typs 052 repräsentiert die Entwicklungsgeschichte der chinesischen Marine von der Verteidigungsmarine hin zu einer offensiv gerüsteten Streitmacht – auf dem Weg zur weltweit umfangreichsten Marine.



