Bei den seit mehreren Jahren laufenden Überlegungen zur Beschaffung von Kampfbooten für das aufwachsende Seebataillon der Deutschen Marine hat es eine Entscheidung gegeben.

Das Firmengelände in Lappvik Finnland Foto AluTech
Das Firmengelände in Lappvik Finnland Foto AluTech

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und der finnische Hersteller Marine Alutech haben am 12. Oktober 2026 einen Vertrag über 15 Kampfboote vom Typ Watercat M18 AMC für das Seebataillon der Deutschen Marine geschlossen. Zum Auftrag gehören zudem Ausbildung, Dokumentation und ein Paket zur Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus. Bei der finnischen Marine ist das Modell seit 2014 im Einsatz.

Die Plattform basiert auf einem marktverfügbaren Militärmodell und kann für unterschiedliche Einsatzprofile angepasst werden. Litauen wird demnächst auch M18-Kampfboote im Ostseeraum nutzen. Das gemeisame Beschaffungsprogramm CFMAC, an dem sich Litauen, Lettland und Finnland beteiligen, macht es möglich. Dieses Programm steht weiteren EU- und NATO-Staaten offen.

Watercat M18 der Finnischen Streitkräfte bei einer Vorführung 2026 in Lappvik Foto: hsc
Watercat M18 der Finnischen Streitkräfte bei einer Vorführung 2026 in Lappvik Foto: hsc

Produkte von Marine Alutech sind bereits seit langem im Gespräch  – so wie das konkurrierende schwedische Unternehmen SAAB mit ihren modernisierten Entwurf für die CB 90 auch. Auch ein deutsches Konsortium hatte vor wenigen Jahren mit dem „Team Deutschland“, bestehend aus Tamsen Maritim, Hagenuk Marinekommunikation und HENSOLDT, ein fortgeschrittenes Konzept für einen modularen Fähigkeitsträger bzw. zukünftige Kampfboote vorgestellt, ist aber nicht im Bieterverfahren gewesen. Die Entscheidung zur Beschaffung von 15 Mehrzweckkampfbooten des Typs Watercat M18 AMC (Jehu Klasse) für das Seebataillon der Deutschen Marine wurde in der Sitzung des Verteidigungs- und Haushaltsausschusses am 23. September 2026 vorbereitet. Zuvor hatten Medienberichte und Defence Portale bereits die Entscheidung vorweg angekündigt, was bei den beteiligten Unternehmen in Finnland einige Irritationen auslöste. Das Projekt wird voraussichtlich in Kooperation mit der Kieler Schiffswerft Gebrüder Friedrich stattfinden, die Vereinbarung wurde 2025 geschlossen. Dort fertigt man bereits Watercat 2000 Patrol – Boote. Sieben Schiffe dieser Serie sind im Mittelmeer für Frontex-Einsätze im Einsatz.

Anzeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


de_DEGerman