Hohe Ölpreise und der Klimawandel machen die Nordpassage für die Containerschifffahrt offenbar erstmals wirtschaftlich attraktiv.
Wie unser amerikanischer Korrespondent mitteilt, wird unter anderem im Wall Street Journal berichet, dass die arktische Abkürzung im Frachtverkehr lange als unrentabel galt, sich dies nun aber ändere.
Am 14. August schreiben die Korrespondenten Sune Engel Rasmussen (London) und Stu Woo (Singapur), dass Klimawandel und Krieg im Nahen Osten die wirtschaftlichen Gewichte verschieben. Schiffe, die bislang auf den längeren Routen zwischen Asien und Europa fuhren, könnten auch andere Wege wählen: die chinesische Reederei Sea Legend schickt die „Dubai Tower“ von Ningbo in China nach Felixstowe im Vereinigten Königreich. Damit gründet das Unternehmen den ersten regelmäßigen Frachtdienst durch arktische Gewässer nach Europa – mit kürzeren Fahrzeiten und geringerem Treibstoffverbrauch.
Die als „Arctic Express“ vermarktete Route führt entlang der russischen Nordküste. Mit einer Kapazität von 1.740 Standardcontainern ist die Reise der bislang bedeutendste kommerzielle Vorstoß in der Arktis, als 2018 erstmals ein Containerschiff von Maersk die Passage vollständig befuhr.
Die Erderwärmung ist wohl nicht der einzige Treiber der neuen Route. In fünf Jahrzehnten ist nahezu die Hälfte des sommerlichen Arktiseises verschwunden. Damit hat sich in den Sommermonaten ein echter Seeweg geöffnet. Zugleich verteuern hohe Ölpreise und Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer die traditionellen Routen und erhöhen deren Risiken.

