Heroina

Heroina. Foto: Armada Argentina

Argentinische Marine – Die HEROINA in Puerto Belgrano

In Puerto Belgrano, dem größten argentinischen Marinestützpunkt etwa 700 Kilometer südlich von Buenos Aires, kurz vor Bahia Blanca, liegt seit zehn Jahren „heldinnenhaft“ ein Schiff an der Pier, das aus eigener Kraft nicht verlegen kann: der Heriona fehlt ein ausschlaggebendes Getriebe-Ersatzteil aus England! Die vier bei Blohm+Voss gebauten FK-Zerstörer der Almirante-Brown-Klasse (Meko 360 H2) aus den frühen Achtzigerjahren sind die größten Einheiten Argentiniens und für den Antrieb mit vier Gasturbinen versehen. Je zwei sind auf eine Welle geschaltet, und wenn die für Langsamfahrt nicht läuft, geht gar nichts! Nachdem das Teil 2010 zur Reparatur an eine englische Firma abgegeben wurde, verschlechterte sich die politische Lage zwischen Argentinien und Großbritannien, London verfügte Ausfuhrbeschränkungen, das Teil durfte nun nicht mehr ausgeliefert werden, und zu den Reparaturkosten summierten sich stetig heftige Lagerkosten. Als dann ab 2018 die Beschränkungen gelockert wurden, wollte und konnte man aber diese – mit etwa 200.000 Dollar ungefähr dem Neupreis des Teils entsprechend – in Buenos Aires nicht zahlen. Ob das Teil überhaupt noch existiert ist fraglich, denn bei Nichtzahlung drohte man aus London, ernsthaft über dessen Verschrottung nachzudenken. Schilda ist eben überall. Bei so viel Vernunft bleibt der bedauernswerten Besatzung zur Inübunghaltung nur der Rollendienst an der Pier – vornehmlich die Bergerolle, wie das Foto zeigt.

Argentinische Marine – Die HEROINA in Puerto Belgrano

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