Deutsch-peruanische Marinebeziehungen gestärkt

Teilnehmer des UNITAS Seapower-Symposiums in Callao, Peru, 27.09.2021 Foto: U.S. Navy / Mitch Meppelink

Deutsch-peruanische Marinebeziehungen gestärkt

Am 7./8. Oktober 2021 fand in Lima, der Hauptstadt Perus, ein hochrangig besetztes internationales Seemacht- und Strategiesymposium anlässlich des 200. Geburtstags der Marine de Guerra del Perú statt. In der Metropole am Pazifik fanden sich über 250 Teilnehmer ein, um über gegenwärtige Aspekte von Seestreitkräften und seewärtiger Sicherheit in Zeiten globaler maritimer Konkurrenz zu beraten. Die Organisatoren konnten dabei Marinevertreter aus fast zwei Dutzend Nationen begrüßen, darunter Befehlshaber und Inspekteure vieler südamerikanischer Marinen. Auch Russland, Spanien, Frankreich und die Vereinigten Staaten entsandten "Mehrsterner".

UNITAS (zu deutsch: Einheit)

Die Konferenz war ganz bewusst an das Ende des UNITAS-Manövers gesetzt worden, seit 1959 einer der ältesten Übungen zur Verbesserung der internationalen Kooperation zur See. UNITAS LXII wurde vom 24. September bis 6. Oktober 2021 vom Andenstaat ausgerichtet und brachte 34 Kriegsschiffe (darunter eine amphibische Task Group der US Navy), vier U-Boote und 26 Flugzeuge aus insgesamt 19 Nationen in den Südpazifik. Dabei werden nacheinander die Seegebiete Karibik, Pazifik und Atlantik beübt. Einige Übungsinhalte fanden auch im Amazonasdschungel von Iquitos statt und lieferten den Teilnehmern - darunter auch drei Offiziere der Deutschen Marine als Beobachter - umfassende Einblicke in das Anforderungs- und Fähigkeitsprofil Südamerikas.

Peruanisches Symposium mit deutschem Hintergrund

Die Organisatoren des peruanischen Seapower-Symposiums hatten sich nicht nur abgeschaut, was in Kiel seit Jahren hervorragend funktionert, nämlich eine hochklassige Strategiekonferenz (Kiel International Seapower Symposium) an das Ende einer multinationalen Marine-Übung (BALTOPS) zu setzen. Die Admiralität in Lima hatte ferner den deutsch-peruanischen Marinebeziehungen besonderes Augenmerk geschenkt. Immerhin fahren in Peru gleich sechs U-Boote vom Typ 209 aus Kieler Produktion zur See, obschon sich zwei Exemplare in einer aufwändigen Mid-Life Extension befinden. Peru hält die größte U-Boot-Flottille ganz Südamerikas in Betrieb. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Militärattaché in Lima gelang es, mit Dr. Sebastian Bruns - derzeit Gastprofessor an der US-Marineakademie in Annapolis (Maryland) und damit immerhin auf dem gleichen Kontinent zugegen - einen profilierten internationalen Experten für Marinestrategie für die Konferenz-Keynote nach Peru zu lotsen. Dr. Bruns trug zum Thema "Herausforderungen für mittlere Marinen in Zeiten der Konkurrenz großer Mächte" vor. Den Kommentar zu dem entsprechenden Keynote-Panel, das von Dr. Jon Caverly vom US Naval War College in Newport (Rhode Island) komplettiert wurde, brachte Flottillenadmiral Wilhelm Tobias Abry, Unterabteilungsleiter Operation im Marinekommando Rostock, ein.

Indo-Pazifik-Reise der BAYERN als Thema

Die peruanische Marine zeigte sich nicht nur als sehr guter und stolzer Gastgeber anlässlich des runden Geburtstags, sondern verstand es auch, den Dialog von Marine und Wissenschaft zu fördern. In diesem Zusammenhang trugen die beiden amerikanischen Keynote-Redner auch an der peruanischen Marineoffizierhochschule vor. Dr. Bruns teilte dabei einige Gedanken zum gegenwärtigen Deployment der Fregatte "Bayern" mit den Professoren und Studierenden. Die Reise des deutschen Kriegsschiffs war förmlich in aller Munde während der Tagungen und unterstrich, dass die Deutsche Marine und die politischen Planer in Berlin auch über die Gegenküste des Indo-Pazifik nachdenken sollten. Mit einer Militärparade in Lima sowie einer Flottenparade vor Miraflores endete der peruanische Marinegeburtstag am 9. Oktober schließlich standesgemäß.

Text: Dr. Sebastian Bruns

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