Foto: Moderen Drohne fliegt über Baustelle. Adobe Stock

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Europäische Luftverteidigung – Deutsch-südkoreanische Partnerschaft angekündigt

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und das südkoreanische Unternehmen LIG Defense & Aerospace (LIG D&A) haben eine strategische Zusammenarbeit im Bereich der bodengebundenen Luftverteidigung vereinbart. Kern des Vorhabens ist die geplante Gründung eines Joint Ventures für die Entwicklung, Fertigung und Integration von Luftverteidigungssystemen für europäische Staaten und NATO-Partner.

Geplant ist, Flugabwehr-Raketensysteme mittlerer und großer Reichweite von LIG D&A in Europa zu fertigen beziehungsweise weiterzuentwickeln und mit bestehenden Fähigkeiten der Nah- und Nächstbereichsflugabwehr zu verknüpfen. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen Lösungen für die Kurzstreckenflugabwehr entwickeln, um erkannte Fähigkeitslücken innerhalb einer mehrschichtigen Luftverteidigung zu schließen.

Damit ergänzen die Unternehmen europäische und israelische Systeme in diesem Segment, unter anderem das Diehl-Angebot mit seiner IRIS-T-Familie, dass auch auf der Fregatte 125 (Baden-Württemberg) erfolgreich getestet wurde.

Die Kooperation steht somit im Kontext des steigenden Bedarfs an integrierten Luftverteidigungsfähigkeiten, der durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten deutlich geworden ist. Zugleich spiegelt sie den politischen Willen wider, europäische Produktionskapazitäten auszubauen und Abhängigkeiten in sicherheitsrelevanten Lieferketten zu reduzieren.

Für Deutschland ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der Modernisierung der integrierten Luft- und Raketenabwehr von Interesse. Zusätzliche europäische Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten könnten langfristig zur Verfügbarkeit von Flugabwehrsystemen, Flugkörpern/Raketen und Munition innerhalb des Bündnisses beitragen.

LIG D&A zählt in Südkorea zu den bedeutenden Entwicklern von Luftverteidigungssystemen unterschiedlicher Reichweitenklassen. Mit der Eröffnung einer europäischen Repräsentanz in München hat das Unternehmen seine Aktivitäten auf dem europäischen Markt zuletzt ausgeweitet.

Offen bleibt bislang, welche Systeme tatsächlich in Europa produziert oder integriert werden sollen, für welchen Zeitraum das Joint Venture angelegt ist und welche Streitkräfte als erste Nutzer infrage kommen.

Unabhängig davon unterstreicht die Kooperation die wachsende Bedeutung einer vernetzten Luftverteidigung. Während das Deutsche Heer den Wiederaufbau der Heeresflugabwehr vorantreibt, bleibt für die Deutsche Marine die Einbindung maritimer Flugabwehrsysteme in gemeinsame Luftverteidigungsarchitekturen von zentraler Bedeutung. Die Vernetzung von See-, Land- und Luftstreitkräften wird damit zu einem wesentlichen Faktor für die Wirksamkeit künftiger Luftverteidigungskonzepte.

kdk

 

 

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