Jetzt offiziell: ukrainische Häfen formell geschlossen

Seehandelshafen in Mariupol, Ukraine vor dem Krieg.

Jetzt offiziell: ukrainische Häfen formell geschlossen

Die Ukraine hat ihre vier Häfen am Schwarzen und Asowschen Meer, die von den russischen Streitkräften eingenommen wurden, offiziell geschlossen, teilte das ukrainische Landwirtschaftsministerium am Montag mit.

Die Häfen Mariupol, Berdiansk und Skadovsk am Asowschen Meer sowie der Schwarzmeerhafen Cherson seien "bis zur Wiederherstellung der Kontrolle" geschlossen worden, erklärte das Ministerium. Grund ist, dass es unmöglich sei, Schiffe und Passagiere abzufertigen, Befrachtung und Transport durchzuführen und die  Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten. Alle ukrainischen Seehäfen haben ihre Tätigkeit infolge der russischen Invasion Ende Februar eingestellt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij sagte am Montag, dass die Ukraine aufgrund der russischen Kontrolle über die Schwarzmeer-Schifffahrt mehrere Millionen Tonnen Getreide verlieren und damit eine Nahrungsmittelkrise auslösen könnte, die Europa, Asien und Afrika betreffen würde. Damit bedroht Russlands Invasion der Ukraine das ohnehin fragile globale Nahrungsmittelsystem. Russland blockiert die ukrainische Wirtschaft und stranguliert damit regelrecht das Land, löst aber auch gleichzeitig globale Probleme in der Ernährung aus.

Die Ukraine, ein bedeutender Agrarproduzent, exportierte früher den größten Teil ihrer Waren auf dem Seeweg, war aber gezwungen, auf den Export per Bahn über ihre Westgrenze oder über ihre kleinen Donauhäfen umzusteigen. Das Ministerium gab letzte Woche bekannt, dass die ukrainischen Getreideexporte in der Saison 2021/22 (Juli-Juni) 45,709 Millionen Tonnen erreicht haben. Darin enthalten sind 763.000 Tonnen, die im April exportiert wurden, aber es wurden keine Vergleichszahlen genannt. Hochrangige Landwirtschaftsbeamte sagten diesen Monat, dass die Ukraine im März 300.000 Tonnen Getreide mehr exportiert habe. Nachprüfbar ist das – wie so vieles – nicht.

Quelle: Polityuk / Reuters / Eigenrecherche

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