Schwedens Marine – eher bekannt für Raketen-Schnellboote und Stealth-Korvetten – sucht auch mit Blick auf eine Beteiligung an den beiden ständigen NATO-Kampfverbänden den Einstieg in die Fregatten-Klasse. Das bereits 2021 mit dem nationalen Rüstungsunternehmen Saab in Karlskrona begonnene Projekt einer erweiterten Korvette „Visby - Zweite Generation“ mit vier Einheiten war schon mit dem NATO-Beitritt zu klein geraten. 2023 wurde Babcock in Großbritannien hinzugezogen, aber bei der mittlerweile auf 120 Meter angewachsenen Plattform in Fregattengröße haben sich auch andere europäische Anbieter angeboten.
Neben der britischen Arrowhead 120 (reduzierte AH 140) kamen die spanische Neukonstruktion ALFA 400 von Navantia (als Angebot für Australien) und die französische Belharra FDI der Naval Group in Betracht. Letztendlich hat sich Schweden für die FDI (Frégate de Défense et d’Intervention) als Basis für künftige Luftverteidigungsfregatten der Luleå-Klasse entschieden, weil sie bereits in der Marine Nationale gefahren wird und aus laufender Produktion heraus schneller an Schweden ausgeliefert werden kann.
Außerdem kombiniert dieser Entwurf die weitreichende französische Luftverteidigungsfähigkeit (Aster 30 – ballistic missile defence) mit der britsich-italienischen CAMM-ER Flugabwehrwaffe von MBDA und integriert zudem eine Vielzahl der bekannten schwedischen Sensoren- und Effektorensysteme. Damit deckt die schwedische Marine eine seit der Ausmusterung der Seacat Nahbereichs-FK Anfang der 80er Jahre bestehende Lücke in der Luftverteidigung. Und sie steigt ein in die 5 000-Tonnen-Klasse – und kann getrost den bisher limitierten Operationsraum Ostsee in Richtung Atlantik erweitern.
