Foto: Mjølner 2026 – StKptLt Baloo war der Hauptplaner der Übung. Rodewald

Foto: Mjølner 2026 – StKptLt Baloo war der Hauptplaner der Übung. Rodewald

MJØLNER 2026: Abschreckung ohne Zweifel

Gemeinsam und entschlossen – Glaubwürdige Abschreckung ist der Schlüssel zum Erfolg

RAS in der Kälte: Mjoelner 2026 Foto: Bw/Kelm
RAS in der Kälte: Mjoelner 2026 Foto: Bw/Kelm

Wenn sich Schiffe verschiedener Nationen auf See formieren, Sensoren synchron arbeiten und Besatzungen unter Hochdruck gemeinsam Entscheidungen treffen, entsteht mehr als nur ein militärisches Lagebild. Es entsteht ein klares Signal: Einheit und Entschlossenheit. Mjølner 2026 steht genau für dieses Signal. In einer Welt, in der die sicherheitspolitische Lage von Krisendynamiken geprägt ist, wird deutlich: Abschreckung funktioniert nicht durch Worte – sondern durch glaubwürdige Fähigkeiten. Oder, wie es Baloo formuliert: „Abschreckung ist nicht das, was man sagt, es ist das was man tun und beweisen kann.“ Baloo ist der Spitzname des erfahrenen Offiziers und Operateurs, welcher der Ideengeber für die diesjährige Ausgestaltung des Manövers Mjølner in Norwegen ist. Er ist das Gehirn der taktischen Schießübung. Das Übungsformat Mjølner 2026 ist ein multinationales Manöver von Operateuren für Operateure und findet seit 2016 alle zwei Jahre statt. Dieses Jahr nehmen fünf Nationen aktiv am Manöver teil sowie Schweden und Litauen als Beobachter. Neben den acht Schiffen nehmen auch Soldatinnen und Soldaten der norwegischen Landstreitkräfte teil und trainieren die Sicherung eines Nachversorgungshafens.

International stärker

Die Übung vereint Norwegen, Niederlande, Belgien, Dänemark und Deutschland in dem gemeinsamen Ziel: Einsatzbereitschaft und Zusammenarbeit auf ein Level zu bringen, um im Ernstfall zu bestehen. Unterschiedliche Schiffe, Waffensysteme und Verfahren treffen hier im taktischen Gefechtsschießen aufeinander – und müssen als Einheit funktionieren. Dabei zeigt sich: Stärke entsteht nicht durch Gleichheit, sondern durch abgestimmte Vielfalt. „Wie müssen nicht identisch sein. Wir müssen interoperabel sein,“ erklärt der Stabskapitänleutnant Baloo während einer Lagebesprechung. Marineverbände setzen sich stets aus verschiedenen Schiffstypen für bestimmte Aufgaben wie Luftverteidigung oder U-Boot-Jagd zusammen.

In diesem realistischen Training unter komplexen Bedingungen wird das Übungsszenario so lange laufen gelassen, bis eine Bedrohung vollständig bekämpft wurde – auch dann, wenn Zeitdruck und Unsicherheit steigen oder es nicht auf Anhieb optimal funktioniert. „Besonders in Kriegen, Konflikten und anderen dynamischen militärischen Lagen befinden wir uns oft in dem „Fog of War“ einem operativen Nebel, da wir nicht alle Informationen für ein vollständiges Lagebild haben“, so Baloo.

Glaubwürdige Abschreckung - mehr als ein Konzept

‚Credible deterrence‘ bedeutet, potenziellen Gegnern klar zu machen: Ein Angriff hätte Konsequenzen. Aber diese Botschaft ist nur dann wirksam, wenn sie auf realen Fähigkeiten basiert. Moderne Systeme, präzise Abläufe und eingespielte Teams sind dabei entscheidend. Von weitreichenden Sensorsystemen über koordinierte Feuerkraft bis hin zu schnellen Entscheidungsprozessen – alles muss ineinandergreifen. Doch Technik allein reicht dafür nicht. „Ausrüstung und Waffensysteme verschaffen einem die Fähigkeit zur Verteidigung. Menschen machen die Abschreckung erst glaubwürdig“, betont Baloo. Erst durch das Zusammenspiel aus Ausbildung, Erfahrung und Haltung entsteht die Glaubwürdigkeit, die Abschreckung wirksam macht.

Entschlossenheit

Was MJØLNER besonders macht, ist die Nähe zur Realität. Die Teilnehmenden trainieren unter Bedingungen, die den Ernstfall so nah wie möglich abbilden: unklare Lagen, begrenzte Informationen und hoher Entscheidungsdruck. Diese Entschlossenheit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung, klarer Strukturen und eines gemeinsamen Verständnisses von Auftrag und Verantwortung. Fast zwei Jahre dauerte die inhaltliche Ausgestaltung und die Planungen zu diesem maritimen Manöver. Oder, wie es Baloo abschließend sagt: „Abschreckung funktioniert, wenn kein Zweifel dran besteht.“

Text: Bw/Janine Pirrwitz

Fotos: Bw/Leon Rodewald/Julia Kelm

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