Die norwegischen Firmen Eelume, Blueye Robotics und Maritime Robotics führen die Minenabwehr auf eine nächste Ebene der Autonomie: Die unbesetzte Überwasserplattform WP960 (USV) – im Räumgebiet ausgesetzt von einer „konventionellen“ Minenjagd-Einheit – ist Transitträger und Knotenpunkt für den Schwarm-Einsatz von acht autonomen „Eelume S All-Terrain“ Unterwasser-Robotern (AUV) zur selbständigen Minensuche und -räumung. WP960 führt diese AUVs mit sich, setzt sie aus, steuert und kontrolliert sie, wertet über eine bordeigene KI die Sensordaten aus und lässt entsprechend räumen – anschließend sammelt das USV seine AUVs wieder ein.
WP960 als Überwasserdrohne ist nicht länger als 10 bis 12 Meter, je nach Variante, und kann mit ihrem doppelten Wasserstrahlantrieb bis zu 30 Knoten erreichen. Das ganze USV ist see- und luftverlastbar sowie auf einem Trailer für den Straßentransport bemessen. Bis zu einem Dutzend dieser WP960 kann je nach Platzangebot der „konventionellen“ Plattform an Bord mitgeführt und selbst schon schwarmfähig ausgesetzt werden. Die unter Wasser zum Ansatz gebrachten AUV funktionieren sofort vernetzt und decken somit effizient großflächige Suchgebiete ab.





2 Antworten
Es wäre interessant zu wissen, welche Produkte die deutsche Industrie anzubieten hat. Ich bin mir sicher, dass die auch nicht tatenlos geblieben ist, und es gibt ja durchaus etablierte und neue Fachfirmen auf diesem Gebiet. Vielleicht kann MF mal einen Überblick zusammenstellen?
Das klingt schon nach einem sehr fortschrittlichen Konzept.
12x WP960 mit je bis zu 8 AUVs sind 96 Unterwasser-Roboter, die in diesem Szenario von einer einzigen bemannten Einheit mitgeführt würden. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, arbeiten diese AUVs verstärkt mit Photogrammetrie, also einer Kombination aus Sonar und einer 4K-Kamera. Je nach Ausführung der AUVs operieren diese etwa mit einem Abstand von maximal 200 m nebeneinander und folgen aktiv den Konturen des Meeresbodens: „All-Terrain“.
In Hamburg soll zum Beispiel auch noch relativ schnell die K5 Kraken als ein Vertreter der 12-m-USV-Klasse gebaut werden, wie Tim Wagner gegenüber DN erläuterte. Diese Klasse wäre als Begleitschutz-USV für die bemannten Marineboote und für den Objektschutz zur meerseitigen Absicherung von Marinehäfen sowie Liegenschaften durchaus interessant.
Wie sieht es denn eigentlich mit der deutschen Beschaffung von bis zu zwölf Fähigkeitsträgern der verbundenen Seeminenabwehr (Klasse MJ334) aus, und sollen diese Einheiten immer noch ins verminte Gebiet fahren können? – 9 Zeilen