Norwegen treibt die Modernisierung seiner Marine mit einem konsequent standardisierten Flottenansatz voran. Die Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell hat Kongsberg Defence & Aerospace sowie Salt Ship Design beauftragt, ein einheitliches Schiffsentwurfskonzept zu entwickeln. Vorgesehen ist eine Serie von bis zu 28 Einheiten, die schrittweise mehrere bestehende Klassen ablösen soll. Ziel ist es, Effizienzgewinne zu realisieren, Kosten zu senken sowie Betrieb, Ausbildung und Instandhaltung zu vereinfachen und zugleich die Einsatzflexibilität zu erhöhen.
Nach Unternehmensangaben soll das Programm nicht nur die Leistungsfähigkeit der norwegischen Marine stärken, sondern auch international Maßstäbe setzen. Eine spätere Exportfähigkeit der Einheitsklasse ist ausdrücklich mitgedacht. Bereits im März erhielten Kongsberg, Salt Ship Design und Adaptive Marine Solutions aus Ottawa einen Auftrag zur Entwicklung neuer Schiffe für die kanadische Küstenwache. Auch Großbritannien und Litauen werden im Kontext standardisierter Lösungen als potenzielle Partner genannt.
Der Ansatz einer durchgehenden „Linie“ ist nicht neu. Vergleichbare Prinzipien finden sich im MEKO-Konzept von HDW/TKMS sowie in der US-amerikanischen Arleigh-Burke-Klasse, die über Jahrzehnte fortgeschrieben wurden. Die Vorteile liegen in Skaleneffekten, gemeinsamer Weiterentwicklung mit Partnern und gestärkter nationaler Werftindustrie. Für die Deutsche Marine hingegen entsteht aus der Beschaffung von vier MEKO A-200 keine Linie, sondern lediglich eine weitere Klasse 128.
kdk, nordisch.info

