Die Royal Navy bestätigte im Juli 2026 die Ausmusterung der Fregatten HMS „Iron Duke“ (F234) und HMS „Richmond“ (F239) sowie des Minenjägers HMS „Chiddingfold“ (M37). Ausschlaggebend sind nach Angaben der Marine die steigenden Kosten und technischen Risiken des Weiterbetriebs.
Mit „Iron Duke“ und „Richmond“ verlassen zwei weitere Fregatten der Duke-Klasse die Flotte. Die international als Type 23 bezeichnete Klasse verdrängt rund 4900 Tonnen und ist 133 Meter lang. HMS „Iron Duke“ wurde 1993 als fünfte Fregatte, HMS „Richmond“ 1995 als zehnte von insgesamt 16 Einheiten in Dienst gestellt. Hinzu kommt der Minenjäger „Chiddingfold“ der Hunt-Klasse. Das 60 Meter lange und rund 725 Tonnen verdrängende Schiff dient seit 1983 in der Flotte und war zuletzt über zwei Jahrzehnte von Bahrain aus im Nahen Osten eingesetzt. Zusammen kommen die Einheiten auf mehr als ein Jahrhundert Dienstzeit.
Die durch die Außerdienststellungen freiwerdenden Mittel sollen vor allem in die Nachfolgegeneration der Fregatten und in autonome Fähigkeiten investiert werden. Für die Royal Navy sind acht Type-26-Fregatten der City-Klasse mit einer Verdrängung von jeweils 6900 Tonnen vorgesehen. Die ersten drei sollen vor 2030 zur Flotte stoßen, die übrigen fünf folgen danach. Daneben entstehen fünf Type-31-Fregatten der Inspiration-Klasse mit jeweils 5700 Tonnen Verdrängung; alle fünf sollen bis Anfang der 2030er-Jahre in Dienst stehen.
Die Royal Navy bezeichnete die Außerdienststellung der drei Schiffe als Schritt auf dem Weg zu einer stärker auf neue Technologien ausgerichteten Flotte. Die drei Außerdienststellungen stehen damit für einen grundlegenden Wandel der britischen Seestreitkräfte. Die Regierung verfolgt das Konzept einer sogenannten Hybrid Navy, mit dem Ziel, autonome Systeme mit Kriegsschiffen, Flugzeugen, U-Booten und unbemannten Plattformen der nächsten Generation zu kombinieren. Für diese Hybridflotte sind im Defence Investment Plan Investitionen von etwa 1,5 Milliarden Euro vorgesehen, weitere ca. 1,3 Milliarden Euro entfallen auf die künftige Minenjagdfähigkeit.
Die Royal Navy verlagert schrittweise Ressourcen von der Instandhaltung alternder Plattformen auf moderne bemannte und unbemannte Systeme. Die Außerdienststellung von zwei Fregatten des Typs 23 verengt jedoch die Verfügbarkeit großer Überwasserkampfschiffe bis zum Zulauf der neuen Einheiten spürbar. Die Flotte muss ihre Einsatzplanung daher stärker nach Verfügbarkeit, Priorität und Bündnisverpflichtung staffeln, um Lücken im Bestand zu überbrücken.
kdk, The Maritime Executive



