HMS Scott auslaufend Falmouth. Foto: Crown Copyright

HMS Scott auslaufend Falmouth. Foto: Crown Copyright

Royal Navy: Sparen für die großen Brocken

Nach den beiden Flugzeugträgern HMS Queen Elizabeth und HMS Prince of Wales (65.000 Tonnen), sowie den beiden großen Dock-Landungsschiffen HMS Albion und HMS Bulwark (19.000 Tonnen) ist HMS Scott mit ihren 14.000 Tonnen Verdrängung das fünftgrößte Schiff der Royal Navy, das unter dem White Ensign fährt, der weißen Seekriegsflagge des Vereinigten Königreichs. Das hydrografische Forschungsschiff mit der Hullnumber H131 kommt gerade aus einer drei Monate kurzen, aber heftigen Instandsetzungsphase in Falmouth/Cornwall und soll nun nach Werftprobefahrten und Einsatzausbildung zu einer weiteren 14-monatigen Vermessungs-Kampagne auslaufen. Und das nachdem sie im März diesen Jahres erst von einer 9-monatigen Datensammlung aus dem Nordatlantik zurückgekehrt war. Bei diesen Forschungsfahrten mit militärischem Auftrag werden jeweils Gebiete von 500.000 Quadratkilometern vermessen, was in etwa der Größe der iberischen Halbinsel entspricht. Es scheint also bei den Hydrografen ihrer Majestät einigen Nachholbedarf in Sachen Aufdatierung maritimer Informationen zu geben. Dennoch verstummen nicht die Hinweise, dass dem 25 Jahre alten Schiff in Kürze das dienstliche Aus bevorstehen dürfte.

RFA Fort Victoria. Foto: Crown Copyright

RFA Fort Victoria. Foto: Crown Copyright

Weitere Streichungen

Zwei weitere „Dickschiffe“ stehen auf der Außerdienststellungsliste des britischen Senior Service, die allerdings zu den Auxiliaries gehören und damit unter dem Blue Ensign zur See fahren: der 37.000 Tonnen Flottenversorger RFA Fort Victoria und das 27.000 Tonnen Hospital-/Verletztenaufnahme-Schiff RFA Argus.

Pikant ist dabei, dass für alle drei entfallenden Fähigkeiten vorerst kein Ersatz im Verteidigungshaushalt eingeplant ist. Unter dem immensen finanziellen Druck des Betriebes zweier Flugzeugträger und eines Erneuerungsprogramms für die atomar bestückten strategischen U-Boote der Dreadnought-Klasse geht der Royal Navy offensichtlich das breite Portfolio einer – wie gerne beschworen - weltweit operierenden Flotte verloren. Dass dies nicht der Wunsch der Marine ist versteht sich selbstredend – aber auch im Inselreich hat der Verteidigungsausschuss (House of Commons Defence Committee) letztendlich die Verfügungsgewalt über die Verteilung der britischen Pfunde. So hatte das parlamentarische Gremium noch kurz vor Weihnachten entschieden – war dann wohl für die Marine ein „Christmas Dinner without Crackers and Pudding“!

RFA Argus. Foto: Crown Copyright

RFA Argus. Foto: Crown Copyright

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