Shin Chae-ho. Foto: ROK-Navy

Shin Chae-ho. Foto: ROK-Navy

Südkorea – drittes U-Boot zu Wasser gelassen

Am 27. September hat der südkoreanische Marinebefehlshaber, Admiral Boo Suk-jong, das dritte und letzte U-Boot des ersten Loses der außenluftunabhängigen CHANGBOBO-III-Klasse auf der Hyundai Heavy Industries Werft in Ulsan auf den Namen SHIN CHAE-HO getauft und zu Wasser gelassen.

Diese U-Boote sind eine südkoreanische Entwicklung und sind zu fast 80% aus eigenen Fertigungsteilen gebaut, verdrängen etwa 3.000 Tonnen und haben bei einer Besatzungsstärke von 50 eine Ausdauer von 20 Tagen unter Wasser. Diese Boote sind nicht nur SLBM-fähig (submarine-launched ballistic missiles) – das Typboot DOSAN AHN CHANG-HO hat erst Mitte September erfolgreich einen Unterwasser-Probeschuss einer Variante des Hyunmoo-2B-Flugkörpers aus einem seiner sechs Vertikalsilos auf ein Ziel in 400 Kilometer Entfernung durchgeführt (800 km Reichweite).

Damit ist Südkorea nunmehr neben den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Indien die siebte Nation, die über Unterwasser-Startfähigkeiten für ballistische Raketen verfügt. Nordkorea reklamiert gleiches auch für sich, obwohl man derzeit noch davon ausgehen kann, dass der dortige Unterwasser-Raketenstart vor einem Jahr lediglich von einem getauchten Ponton aus erfolgte. Allerdings verzichtet Südkorea auch weiterhin verfassungsgemäß auf eine atomare Bewaffnung – als einzige der oben genannten Nationen.

Während AHN MU, das zweite U-Boot der Klasse nach seinem Stapellauf Ende 2020 bereits nächstes Jahr an die Marine übergeben werden soll, ist die Auslieferung des dritten U-Bootes erst für 2024 vorgesehen. Seoul plant jedoch für 2023 bereits den Beginn eines zweiten Loses mit zwei weiteren CHANGBOBO-III und nachfolgend eine neue Klasse mit sechs auf 4.000 Tonnen und zehn Startsilos „aufgebohrten“ Einheiten. Die südkoreanische Rüstungsagentur wies in diesem Zusammenhang auf weitere eigenständige Entwicklungen hin – einen Überschall-Marschflugkörper und eine ballistische Rakete mit deutlich größerer Tragkraft. Made in South Corea.

Der südkoreanische SLBN-Probeschuss erfolgte übrigens fast zeitgleich zum Start zweier nordkoreanischer Kurzstreckenraketen von einem Zug aus. Und pünktlich zum Stapellauf zündete der Norden eine weitere ballistische Rakete in Richtung östliches Meer. Made in North Corea.

Wettrüsten ist aber der falsche Weg, also muss man miteinander reden! Könnte man auch, denn erstaunlicherweise bieten nunmehr beide Seiten, sowohl der Süden (inklusive der USA), als auch der Norden, diese Möglichkeit an. Alleine Nordkorea antwortet nicht auf den dafür vorgesehenen Kanälen.

Text: Axel Stephenson 

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