Die Reparatur eines Fischerbootes erfordert traditionelles Handwerk

Die Reparatur eines Fischerbootes erfordert traditionelles Handwerk

Nur Schiffe im Kopf

Mit Ideen, Kreativität und Leidenschaft hat sich Tamsen Maritim einen Platz in der deutschen Werftenlandschaft erobert. Ein Besuch an der Warnow.
 
Werften waren immer schon spannend. Reportagen beginnen daher gern mit der Historie. Erzählungen handeln dann von Traditionen und von Baunummern, legendären Klassen und alter Handwerkskunst. Nicht so bei Tamsen Maritim. Zwar könnte man den Standort Rostock-Gehlsdorf bis 1850 zurückverfolgen, aber mit dem, was man heute vorfindet, hat das wenig zu tun. Keine Büsten von Gründern, keine Ölgemälde alter Schoner und schon gar keine Sammlungen aus Messing oder Takelagegedöns. Die Anlage ist fast neu, strahlt planerische Weitsicht aus, kein alter Backstein mit verbauten Ecken, die den Schiffbau mehrerer Jahrzehnte widerspiegelt, sondern frisch aufgeräumte deutsche Werftindustrie. Die Wege vom Empfang zum Chef, vom Besprechungsraum zur Planung und von allen Büros zu den Hallen sind sehr kurz. Man spürt keine Distanzen, weder räumlich noch persönlich. Und so nahbar fällt auch die Begrüßung aus, nämlich krawatten- und allürenfrei. Der erste Blick streift detaillierte Pläne an den Wänden und unzählige Kundenbilder mit Widmungen. Dazwischen wandert der Blick stets Richtung Wasser, was die Kreativität fördert.

16. Sep 2022

0 Kommentare