Segeldrohnen der US Navy an Bord der iranischen Fregatte "Jamaran". Schreenshot: Iran-TV

Segeldrohnen der US Navy an Bord der iranischen Fregatte "Jamaran". Schreenshot: Iran-TV

Iranische Marine auf Kaperfahrt - Segeldrohnen im Schlepptau!

Am Freitag (2.9.) informierte die iranische Marine, dass sie sich im Roten Meer zweier Segeldrohnen amerikanischer Herkunft bemächtigt habe, weil sie offenbar „herrenlos und unkontrolliert die navigatorische Sicherheit der Schifffahrt“ bedrohten. Nach zweifachem Anruf eines im Seegebiet stehenden amerikanischen Zerstörers habe man kurzerhand die beiden Drohnen an Bord des iranischen Zerstörers „Jamaran“ genommen und sie nach einer Inspektion abseits der Schifffahrtstraßen wieder ausgesetzt. Das habe man verbunden mit der Aufforderung an die US Navy, solche Vorfälle doch bitteschön zukünftig zu verhindern. Das staatliche iranische Fernsehen veröffentlichte entsprechende Szenen von Bord des Zerstörers. Auf amerikanischer Seite hörte sich das dann etwas anders an: der US-Zerstörer sei nach der Kaperung mit seinem Hubschrauber dem iranischen Zerstörer gefolgt, bis dieser die beiden "Saildrone Explorer" wieder abgeworfen habe.

Nicht das erste Mal

Wenige Tage zuvor veröffentlichte die US Naval Institute die von einer MH-60S Sea Hawk im Persischen Golf aufgenommenen Video-Sequenz einer unwirklich erscheinenden Verfolgungsfahrt nach dem Motto: Spielst Du vor meiner Haustür – nehme ich Dir Dein Spielzeug weg! Das iranische Unterstützungsschiff „Shahid Baziar“ der Islamischen Revolutionsgarden hatte eine der amerikanischen Segeldrohnen im Schlepptau – in kurzem Abstand begleitet vom Patrouillenboot USS Thunderbolt. Ohne die Situation auf die Spitze zu treiben sind "Thunderbolt" und Sea Hawk dran geblieben und haben die "Shahid Baziar" nach einiger Zeit überzeugen können, die "Saildrone Explorer" wieder frei zu geben – was blieb ihr auch sonst übrig!

Flächendeckende Überwachung

Die US Navy gibt derzeit keine Auskunft über die Anzahl der eingesetzten Drohnen, aber sie ergäben schon eine deutlich bessere Aufklärung der Seegebiete. Im nächsten Jahr hofft die US Navy ihre Kooperation mit Israel und Saudi-Arabien sowie einigen anderen Golfstaaten soweit ausdehnen zu können, dass man mit etwa 100 dieser vernetzten Drohnen auf See und in der Luft im Einsatz rechnen könne. Damit ließe sich ein gutes Lagebild der iranischen Aktivitäten rund um die Halbinsel herstellen! Das scheint aber noch verbesserungsfähig zu sein - zumindest was die Diebstahlsicherheit angeht.

4 Kommentare

  1. „Ihr Kommentar wartet auf Modertaion“: Was ist eine „Modertaion“ …?

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    • Ein fröhliches Moin! nach München. Danke für den Hinweis, da wurden wohl die Wechselstaben verbuchst.

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  2. Ist die Klassifizierung „Zerstörer“ für die „Jamaran“ ( Typ Vosper Mk 5 ) korrekt …?

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    • Ihre Frage ist durchaus angebracht – die „Jamaran“ entspricht mit ihren 95 Metern Länge und etwa 1.400 Tonnen Verdrängung eher einer eher geradlinig ausgerüsteten Korvette, wollte man sie mit unserer K130 „Braunschweig“-Klasse vergleichen. Sie ist das Typschiff der Mowj-Klasse, die ein iranischer Nachbau der mittlerweile 50 Jahre alten und relativ sparsam bemessenen Vosper Mk 5 Fregatte ist – zur Zeit der Vosper Mk V war der Begriff Korvette noch nicht wirklich gebräuchlich. Nichtsdestotrotz wird die Mowj-Klasse in der internationalen Dokumentation als Flugkörper-Fregatte (FFG) geführt. Die iranische Marine bezeichnet die Schiffe allerdings gerne als „Zerstörer“, zumal sie die größten konventionellen Kriegsschiffe darstellen, über die Teheran verfügt. Da die obige Berichterstattung sich unter anderem auf iranische Quellen stützte, wurde die Bezeichnung übernommen. Ein entsprechend ergänzender Hinweis im Text wäre sicherlich hilfreich gewesen – dank Ihres Kommentars ist er nun dem Bericht angefügt.
      PS: Die „Moderation“, auf die Ihr Kommentar gewartet hat, habe ich gerade vorgenommen. Die Redaktion behält es sich vor, Kommentare freizugeben, zu beantworten, oder zu löschen, bzw. zu sperren. Das ist bei der heute stattfindenden Spam-Flut mehr denn je erforderlich.
      Mit bestem Dank
      A. Stephenson

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