Erste Schiffstaufe für Rheinmetall
Am Mittwoch, 29. April 2026 wurde die letzte der insgesamt fünf neuen Korvetten Klasse 130 (zweites Los) der Deutschen Marine durch Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann, am Hamburger Rheinmetall-Standort Blohm+Voss auf den Namen Lübeck getauft.
Zur Taufe lud die Geschäftsleitung der Rheinmetall-Division Naval Systems im Namen der ARGE K130 (Naval Systems, Thyssen-Krupp Marine Systems und German Naval Yards Kiel) nach Hamburg ein.
Die Taufe erfolgte im Beisein von Vizeadmiral Axel Deertz, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte und Herrn Jürgen Giefer, Direktor beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Selbstverständlich war auch Herr Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck sowie die Herren Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, und Tim Wagner, CEO der Rheinmetall-Division Naval Systems anwesend. Die beiden letzteren Herren betonten die gute Zusammenarbeit innerhalb der ARGE K130 sowie die Bedeutung von solchen Schiffbauprojekten für die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes und unserer NATO-Partner. „Wir als Rheinmetall sind gefechtsbereit“, betonte der Vorstandsvorsitzende.
Vizeadmiral Deertz erinnerte in seiner Rede widerum mit aller gebotenen Höflichkeit an die Verzögerungen im Projekt und betonte, dass Schiffe im Dock keine Abschreckung darstellen.
Immerhin zerschellte die Flasche am Bug des Schiffes bei der ersten Schiffstaufe von Rheinmetall ohne Probleme beim ersten Anlauf.
Die fünfte neue Korvette Lübeck (Seitennummer F 269) ist auch das fünfte Kriegsschiff in der 178-jährigen Geschichte deutscher Flotten mit diesem Namen. Zuletzt war die Fregatte „Lübeck“ (Seitennummer F 214) als letzte Vertreterin der Bremen-Klasse (F122) am 15. Dezember 2022 außer Dienst gestellt worden. Die als „Lucky Lübeck“ bekannte Fregatte legte in ihren 32 Dienstjahren insgesamt 863.449 Seemeilen zurück.
Deren Vorgängerschiff aus den Zeiten der Bundesmarine war 1963 als „Geleitboot 55“ in Dienst gestellt worden, 1966 wurden alle sechs Einheiten dieser Klasse zur „Fregatte F120“ umgewidmet. Die damalige Lübeck (Seitennummer F 224) gehörte fortan zur Köln-Klasse. 1988 wurde das Schiff ausser Dienst gestellt und als Ersatzteillager in die Türkei verkauft.
Auch in der Kaiserlichen Marine gab es eine Lübeck, die als Kleiner Kreuzer 1905 in Dienst gestellt wurde. Sie hatte eine wechselvolle Geschichte, nahm u.a. im Ersten Weltkrieg an Seegefechten in der Ostsee teil, wo sie austeilte und einsteckte, aber immer auch eine glückhafte Lübeck blieb. 1920 wurde sie auf Grund des Versailler Vertrages an Großbritannien ausgeliefert, dann 2022 – 2023 in Deutschland abgewrackt.
Die erste Lübeck wurde 1844 mit zwei dampfgetriebenen Seitenrädern und Segeln als Frachtschiff in Leith gebaut. 1848 wurde sie nach Hamburg verkauft, bekam vier Kanonen an Bord und wurde als Rad-Korvette Lübeck in die neu gegründete erste Reichsflotte eingegliedert. Sie nahm am 4. Juni 1849 am Seegefecht bei Helgoland teil und schoss „gut 17 Schüsse Granaten und Vollkugeln“ (Zitat aus dem Gefechtsbericht des Admiral Brommy) auf ihren dänischen Gegner, übrigens ohne Schäden bei Freund und Feind. Nach Auflösung der Flotte wurde sie im Dezember 1852 an England zurück verkauft und 1858 abgewrackt.
Der Name Lübeck scheint Garant für glückliche Dienstzeiten „mit planmäßigem Ende“ zu sein. Die feierliche und sehr gelungene Taufzeremonie lässt auf eine weitere „Lucky Lübeck“ schliessen.
Text/Fotos: Uhl









