HNLMS Schiedam M860 wird an Bulgarien abgegeben. Foto: Torsten Bätge. CCBY SA30

HNLMS Schiedam M860 wird an Bulgarien abgegeben. Foto: Torsten Bätge. CCBY SA30

Minenabwehr – Bulgarien verstärkt NATO-Fähigkeiten im Schwarzen Meer

Bulgarien baut seine Fähigkeiten zur Minenabwehr im Schwarzen Meer aus. Im Juli 2026 vereinbarten Bulgarien, Belgien und die Niederlande die Übertragung von sieben Minenjägern. Das bulgarische Parlament ratifizierte die Verträge und Vereinbarungen im August.

Drei Schiffe kommen aus den Niederlanden, vier aus Belgien. Das Memorandum umfasst außerdem die Ausbildung von Besatzungen, Ersatzteile und weiteres Material. Bulgarien übernimmt auch die erforderlichen Maßnahmen, um die technische Einsatzfähigkeit der Schiffe wiederherzustellen und ihre Nutzungsdauer zu verlängern.

Die gemeinsam von Belgien (Flower-Klasse), Frankreich (Éridan-Klasse) und den Niederlanden (Alkmaar-Klasse) entwickelte Tripartite-Konstruktion entstand während des Kalten Krieges. Die rund 51 Meter langen Minenjäger besitzen Rümpfe aus glasfaserverstärktem Kunststoff und wurden von 1977 bis 1995 gebaut. Je nach Betreiber und Modernisierungsstand verfügen sie über Sonar, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge und Minenräumausrüstung. Hinzu kommen Einrichtungen zur Unterstützung von Tauchern, geräuscharme Antriebssysteme und leichte Bewaffnung zur Selbstverteidigung. Insgesamt wurden 35 Schiffe für die drei ursprünglichen Betreiberstaaten gebaut.

MCM Lobelia der belgischen Marine. Foto: Belgian Navy
MCM Lobelia der belgischen Marine. Foto: Belgian Navy

Die sieben Einheiten sollen die gemeinsame bulgarisch-rumänisch-türkische Minenabwehr im Schwarzen Meer verstärken. Bulgarien betreibt bereits drei Einheiten dieser Konstruktion. Die Einsatzplanung unterliegt jedoch besonderen geografischen und politischen Bedingungen. Die Türkei wendet den Vertrag von Montreux an und verweigert Kriegsschiffen Russlands und der Ukraine seit Beginn des Krieges die Durchfahrt durch die türkischen Meerengen. Daher konnten auch die von Großbritannien an die Ukraine abgegebenen Minenjagdboote der Sandown-Klasse bislang nicht ins Schwarze Meer überführt werden. Für die neuen bulgarischen Schiffe stellt sich diese Frage anders, weil Bulgarien Anrainer des Schwarzen Meeres und NATO-Mitglied ist. Die konkrete Überführung bleibt dennoch von den türkischen Bestimmungen und der jeweiligen Einsatzplanung abhängig.

Für die maritime Sicherheitslage liegt die unmittelbare Bedeutung der Beschaffung in der Verstärkung der regionalen Minenabwehr. Die zusätzlichen Einheiten erweitern die verfügbaren Kapazitäten zum Schutz von Schiffsrouten und maritimer Infrastruktur im Schwarzen Meer.

kdk, The Maritime Executive, Army Recognition Group/Belgium

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