Foto: Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden 2026, hsc

Foto: Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden 2026, hsc

Nationale Maritime Konferenz in Emden

Es ist die 14. Nationale Maritime Konferenz in Deutschland und sie findet an Ihrem Gründungsort statt. Emden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Ministerpräsident Olaf Liess. Foto: hsc
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Ministerpräsident Olaf Liess. Foto: hsc

Die NMK ist eine Veranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zu maritimen Fragen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der maritimen Wirtschaft, maritimen Sicherheit und Interessen Deutschlands. Sie wird vom Maritimen Koordinator, aktuell dem Hamburger Christoph Ploß, ausgerichtet. Die erste Nationale Maritime Konferenz in Emden wurde am 13. Juni 2000 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet. Das wusste auch der Bundeskanzler Friedrich Merz, denn er war – wie alle seine Vorgänger – als Redner auf der NMK angekündigt. Und noch nie war eine NMK so sehr unter dem Druck, mit einer klaren Zukunftsrichtung aufzuwarten. Alle bisherigen Konzepte waren „ein bisschen nötig“ und wurden freundlich begrüßt. Jetzt ist es die maritime Sicherheit, die den Druck aufbaut. Wohl auch deshalb waren gleich zwei Minister zugegen: Verkehrsminister Patrick Schnieder und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche höchstselbst. So ein Aufgebot kannte man aus den letzten beiden Veranstaltungen, Bremen 2024 und Friedrichshafen 2019, nicht.

Bisher waren die Themen Schiffbau, Hafenwirtschaft, Seeschifffahrt und Meerestechnik, Offshoreenergie sowie Klima- und Umweltschutz die Punkte der Tagesordnung. Aber der Schwerpunkt verlagert sich: Maritime Sicherheit ist heute eines der Kernthemen. Dazu Marineschiffbau – natürlich. Und die Frage: Welcher Hafen wird neuer Standort für einen neuen Marinestützpunkt?

Blick auf die Teilnehmer der NMK. Foto: hsc
Blick auf die Teilnehmer der NMK. Foto: hsc

Moderatorin Alexa von Busse eröffnete den ersten Konferenztag mit dem Gastgeber: Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus. Das Grußwort von Tim Kruithoff, Oberbürgermeister der Stadt Emden, wurde zwar durch das Eintreffen von Bundeskanzler Merz kurzfristig unterbrochen, aber umso fulminanter geriet insgesamt seine Rede: Für Emden, für Niedersachsen, für die maritime Wirtschaft und für die maritimen Realitäten unseres Staates, die viele so nicht wahrhaben wollen, oder kennen. Er war es, der deutlich formulierte, dass die maritime Wirtschaft kein Nebenschauplatz deutscher Industriepolitik ist, sondern das Fundament. Er wünsche sich Ergebnisse, denn Goldmedaillen gäbe es nicht fürs Reden.

Verteidigungsminister Boris Pistorius, Nationale Maritime Konferenz 2026. Foto: hsc
Verteidigungsminister Boris Pistorius, Nationale Maritime Konferenz 2026. Foto: hsc

Der zweite Tag begann mit dem Kernthema maritime Sicherheit: „Sicherheit beginnt auf See: Maritime Verteidigung und Schutz von maritimer Infrastruktur als Schlüssel für Stabilität“.  Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius grüßte die Teilnehmer mit einer Videobotschaft, anschließend mit einem beeindruckenden Imagefilm der Deutschen Marine (sorry, noch kein link verfügbar…). Auf dem Panel erläuterte der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, die Grenzen und Möglichkeiten der Deutschen Marine. Sein Bild: Putin solle jeden Morgen mit dem Gedanken aufstehen, dass es kein guter Tag sei, die NATO anzugreifen. Dafür sei die Marine an der Nordflanke täglich mit allem im Einsatz, was möglich ist. Ein Abzug von Kräften ins Mittelmeer zwänge zu Prioritäten an der Nordflanke. Thema Minen: Vizeadmiral Kaack stellte dem Publikum die Frage, wie viele Minen man bräuchte, um ein Seegebiet zu sperren. Antwort: Gar keine! Allein die Behauptung reiche, um alles zum Erliegen zu bringen. Weitere Teilnehmer am Panel waren der Leiter der Bundespolizei See, Leitender Polizeidirektor Nils von Waaden, der den gesamtstaatlichen Ansatz und vernetztes Denken als Voraussetzung für den Erfolg bestätigte. Er zählte auf, welche Analysen und welche Tätigkeiten die Bundespolizei in Sachen Sicherheit durchgeführt hat. Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, stellte das Maritime Sicherheitszentrum Cuxhaven als gelungenes Beispiel behördenübergreifender Arbeit heraus. Ministerialdirektorin Dr. Beate Baron, Abteilungsleiterin Industriepolitik vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, verwies auf die Notwendigkeit, Marine, Behörden und zivile Schifffahrt gemeinsam zu denken.

Ministerpräsident Hendrik Wüst auf der NMK 2026. Foto: hsc
Ministerpräsident Hendrik Wüst auf der NMK 2026. Foto: hsc

Im Anschluss sprach Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr, zum voll besetzten Saal in der Nordseehalle. Nachfolgend begrüßte Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, das Publikum. Er bekräftigte das Verständnis, dass maritime Wirtschaft keine alleinige Angelegenheit der Küstenländer sei. Es sei wichtig – von Emden bis an den Chiemsee. Er berichtete von Unternehmern, die sich mit Blick auf Geschichte und Traditionen hin und wieder nur zögerlich dem Defence Bereich nähern. Er ermutigte sie mit dem Hinweis, dass sie heutzutage "auf der richtigen Seite" stünden. Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Peter Tschentscher, nahm sich des Themas "Nationale Hafenstrategie" an und verdeutlichte erneut, dass dies eine gesamtstaatliche Aufgabe sei. "Es geht nicht darum, Geld vom Bund zu nehmen und selbst nichts auszugeben. Die Größenordnung übersteigt die Möglichkeiten der Küstenländer bei Weitem. Die nationale Hafenstrategie ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern, die auch gemeinsam finanziert werden muss."

In den nachfolgenden Branchenforen ging es um die Schifffahrt an sich mit dem Thema „Maritime Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten geopolitischer Spannungen“.

Exponat der Marine im Außenbereich. Foto: hsc
Exponat der Marine im Außenbereich. Foto: hsc

Im zweiten Branchenforum dreht es sich um das Thema „Maritime Technik für eine sichere Zukunft“. Das dritte Branchenforum titelt mit der „Schlüsselindustrie Marineschiffbau – Weichen stellen für Deutschlands maritime Verteidigungsfähigkeit“. Das vierte Branchenforum behandelt „Offshore-Windenergie: Schlüsseltechnologie für Energiesicherheit, Rückgrat der Industriestromversorgung & eine neue Dimension bei Überlegungen zu Schutz, Sicherheit und Landesverteidigung im maritimen Raum“. Im fünften Branchenforum wird es um „Schiffbau - Die industrielle Basis für Deutschlands maritime Souveränität, Sicherheit und wirtschaftlichen Erfolg“ gehen. Das letzte Branchenforum behandelt das bereits am ersten Tag häufig erwähnte Thema „Häfen“: „Drehscheiben der Souveränität: Häfen als Garanten der Versorgung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit“.

Am späten Nachmittag wird die 14. Nationale Maritime Konferenz beendet sein. In zwei Jahren wird sich die maritime Community wie vom Kanzler angekündigt, in Duisburg treffen. Dort befindet sich der größte Binnenhafen Europas.

Podiumsdiskussion mit Inspekteur Deutsche Marine Jan C. Kaack. Foto: hsc
Podiumsdiskussion mit Inspekteur Deutsche Marine Jan C. Kaack. Foto: hsc

Marineforum ist für sie dabei. Mehr demnächst hier auf marineforum.online.

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