Zwölf NATO-Mitgliedstaaten haben auf dem Gipfel in Ankara im Juli 2026 eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der maritimen Abschreckung und Verteidigung veröffentlicht. Die Unterzeichner verfügen bereits über moderne Marinekapazitäten, die sie in den kommenden Jahren in einem neuen Seebündnis weiter ausbauen wollen.
Die Erklärung benennt die Nord- und Ostsee, den Nordatlantik und die Arktis als Teil der äußeren Seegrenzen des NATO-Gebiets. Zwölf Staaten verpflichten sich, Ausbildung, Übungen und Einsatzszenarien für das gesamte Spektrum maritimer Operationen im euro-atlantischen Raum zu verbessern. Zudem sollen die maritime Führung und Kontrolle gestärkt sowie Investitionen in die Verbesserung des Lagebewusstseins in allen Bereichen priorisiert werden.
In einer Erklärung der finnischen Regierung unter Präsident Alexander Stubb heißt es, dies zeige angesichts des verschlechterten Sicherheitsumfelds den gemeinsamen Willen und die Fähigkeit, die Abschreckung zu stärken und sich langfristig gegen die Bedrohung durch Russland zu verteidigen. Die europäischen Verbündeten und Kanada würden ihren Anteil an der gemeinsamen Verantwortung übernehmen und zugleich die NATO stärken. Nach Angaben der Unterzeichner richte sich dieses Engagement auch als Signal an Russland.
Zu den Unterzeichnern zählen bisher folgende Staaten:
die Ostseeanrainer Dänemark, Deutschland, Finnland und Schweden (nicht dabei Estland, Lettland, Litauen, Polen);
die Nordatlantikanrainer Kanada, Island, Norwegen und das Vereinigte Königreich (nicht dabei Irland und die USA);
die Atlantikanrainer Frankreich, Portugal und Spanien;
und für die Nordseeanrainer zusätzlich die Niederlande (nicht dabei Belgien).
Mit Ausnahme der USA handelt es sich bei den bisherigen Nichtunterzeichnern um Marinen mit eher kleinerem Umfang oder weniger atlantiktauglichen Einheiten.
kdk, focus, BReg

