Magura – die slawische Kriegsgöttin – ist zum Synonym geworden für die maritime Innovation bei den unbemannten Plattformen durch das Hauptabteilung Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Mit der Magura V konnten in zwei Jahren acht Schiffe zerstört und sechs weitere beschädigt werden. Stand der Entwicklung ist heute die Magura VII mit etwa 8 Metern Länge und 800 Seemeilen Reichweite. Bei der Bewaffnung dieser Drohnen sind dem ukrainischen Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt – mit Sidewindern wurden 2025 sogar zwei russische Kampfjets Sukhoi Su-30 getroffen.
Mittlerweile sind auch die luftgestützten Drohnen so weit, dass sie Anfang März einen Angriff auf die im Ersatzhafen Noworossijsk liegenden Marschflugkörper-Fregatten „Admiral Essen“ und „Admiral Makarow“ (Grigorovich-Klasse, Projekt 11356M, 125 Meter, 4.000 Tonnen) sowie unbestätigt auch andere Einheiten (Natya-Minensucher „Pikul“, Grisha III-U-Jäger „Lasimov“ und „Eisk“) erfolgreich durchführen konnten. Zumindest die „Admiral Essen“ soll schwere Schäden durch Treffer und anschließendes Feuer im Schiff erlitten haben. Ebenso soll bei dem Angriff ein Großteil des benachbarten Ölterminals beschädigt worden sein. Russische Behörden bestätigten lediglich drei Verletzte und Schäden an Wohnhäusern in Noworossijsk.

Foto: MinDef Kiew
Anfang April erfolgte ein erneuter Angriff ukrainischer Drohnen auf den Marinestützpunkt im südrussischen Noworossijsk sowie auf die vorgelagerten Bohrplattformen und das Öllager im Süden des Hafens. Das Ziel der luftgestützten Drohnen war wohl die beim letzten Angriff wohl weniger beschädigte Fregatte „Admiral Makarow“, während die seegestützten Drohnen unter die Bohranlage „Siwasch“ gesteuert worden waren. Auch das Tanklager an Land – bereits Ziel vorheriger Drohnenangriffe – wurde erneut im Rahmen der Angriffe auf die Rohstoffbestände Russlands getroffen.
Schon mehrfach hatten ukrainische Drohnenkräfte die beiden Fregatten und die konventionellen U-Boote der Kilo-Klasse als Träger der Kalibr-Marschflugkörper im 600 Kilometer entfernten Rückzugshafen der russischen Marine an der Schwarzmeerküste in das Visier genommen. Als Rückzugshafen kann nun auch Noworossijsk nicht mehr gelten.
Wie immer gilt die journalistische Unschuldsvermutung: Eine qualifizierende Bestätigung der russischen Seite zu den verursachten Schäden an den schwimmenden Einheiten liegt nicht vor.

