In Montevideo hat sich gerade der Bauvertrag mit der spanischen Cardama-Werft über zwei OPV wegen irregulärer Zahlungsforderungen zerschlagen, nicht jedoch der dringende Bedarf. Und auch die Verhandlungen mit der US Coast Guard zur Überlassung von kleinen Wachbooten der ziemlich überalterten Reliance-Klasse (Bauzeit 1960er Jahre) kommen derzeit überhaupt nicht vom Fleck.
Da kommt es doch sehr gelegen, dass London angekündigt hat, die drei Boote des ersten Loses der River-Klasse ab 2028 außer Dienst stellen zu wollen. „HMS Tyne“, „HMS Mersey“ und „HMS Severn“ (80 Meter, 1.700 Tonnen) wurden Mitte der 2000er Jahre gebaut und haben sich von den Falklands bis nach Ostasien bewährt. Im zweiten Los erhielt diese Klasse eine Hubschrauberplattform (90 Meter, 2.000 Tonnen), womit sich ihre Fähigkeiten deutlich verbesserten. Dieser Schiffstyp konnte dann auch in das benachbarte Brasilien als Amazonas-Klasse verkauft werden. Mit einem Stückpreis von 20 Millionen Dollar erhält das finanziell klamme Uruguay eine Plattform, die zwar nicht alles bietet, aber weitaus besser ist, als alle anderen Optionen.

