Havariekommando und THW trainieren gemeinsam mit 250 Einsatzkräften aus ganz Deutschland

Wie lassen sich große Ölverschmutzungen in Küstengewässern und insbesondere auf der Weser wirksam bekämpfen? Dieser Frage widmeten sich das Havariekommando und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) bei einer gemeinsamen Großübung vom 26. bis 28. Juni 2026 im Raum Brake. Rund 250 Einsatzkräfte aus allen acht THW-Landesverbänden kamen dafür an die Unterweser, begleitet von zahlreichen Gästen und Beobachtern.
Grundlage der Übung war ein realistisches Szenario: Nach einem fiktiven Schiffsunglück waren mehrere Tonnen Schweröl ausgetreten und hatten das linksseitige Weserufer verunreinigt. Unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainierten die Einsatzkräfte, wie sich ausgetretenes Öl auf dem Wasser und an Land lokalisieren, eindämmen und beseitigen lässt. Dabei kamen sowohl Spezialgeräte an Land als auch Mehrzweckarbeitsboote im Binnenhafen Brake zum Einsatz. Darüber hinaus wurden der Einsatz verschiedener Ölsperrensysteme, die Reinigung von Uferbereichen sowie die Koordination größerer Personaleinsätze geübt. Ziel der Übung war es, Verfahren der Schadstoffunfallbekämpfung praxisnah zu trainieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen weiter zu stärken. Im Ernstfall würde das Havariekommando die Gesamteinsatzleitung übernehmen.

Am Samstag wurden die Teilnehmenden und Gäste von Anka Dobslaw, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Matthias Wenholt, 1. Kreisrat des Landkreises Wesermarsch, Sören Makel, stellvertretender Leiter des Havariekommandos, sowie Dierk Hansen, Vizepräsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, begrüßt.
„Die Übung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf mögliche Schadstoffunfälle in unseren Gewässern ist. Der Schutz sensibler Küsten- und Flussökosysteme erfordert nicht nur moderne Technik, sondern vor allem gut ausgebildete und engagierte Einsatzkräfte. Die hohe Beteiligung aus dem gesamten Bundesgebiet verdeutlicht den Stellenwert dieser Aufgabe für Umwelt- und Bevölkerungsschutz“, so Staatssekretärin Dobslaw.
Sören Makel, stellvertretender Leiter des Havariekommandos, betonte die Bedeutung gemeinsamer Übungen: „Mit zunehmendem Schiffsverkehr steigt auch das Risiko schwerwiegender Schadstoffunfälle. Um im Ernstfall schnell und wirksam handeln zu können, brauchen wir eingespielte Strukturen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die Übung hat gezeigt, dass wir gemeinsam gut aufgestellt sind, um Umwelt, Schifffahrt und wichtige Infrastruktur wirksam zu schützen.“
Text/Fotos: Havariekommando
