Eine Räuberpostille könnte sich kaum besser lesen - aber man sollte doch gepflegt aufhorchen bei dem, was da vor Gdansk passiert ist.

Mitternächtliches Pech

Zu spät mitternächtlicher Stunde wurden Mitte Januar drei Taucher von der polnischen Küstenwache und SAR-Diensten etwa drei Meilen nördlich Gdansk aus Seenot gerettet, als ihr kleines, rotes, sehr gut motorisiertes Freizeitboot den Dienst versagte und bei widrigem Wetter abgetrieben wurde. Sie gaben an, spanische Bernsteintaucher zu sein und hatten professionelles Tauchgerät sowie einen Unterwasserscooter bei sich, konnten sich aber bis auf einen nicht ausweisen und hatten auch keine Tauchgenehmigung für dieses Seegebiet. Keinem der beteiligten Beamten, Retter und Helfer kam das im Mindesten spanisch vor - und man ließ sie ohne weitere Befragung ihres Weges ziehen.

Sicherheit: Mysteriöse Ereignisse vor Gdansk
Sicherheit: Mysteriöse Ereignisse vor Gdansk

Sichergestelltes Gerät der mysteriösen Taucher.
Foto: Gdansk Maritime Assistance Service

Alles Fake

Das taten sie auch - sie verschwanden unverzüglich. Noch bevor sich Identitäten, Adressen und Telefonnummern in Luft auflösten. Noch bevor man sich der Nähe zu den Naftoport-Hafenanlagen (Westerplatte) für Polens wichtige Öl- und Kohlelieferungen per Schiff bewusst wurde, oder auch der Nähe zum im Bau befindlichen Erdgas-Terminal gewahr wurde. Noch bevor lokale Taucher bestätigten, dass man weder im Dunkeln, noch mit einem Scooter nach Bernstein tauchen kann, weil der mit seinem Jetstrahl den Seeboden aufwühlt und den leichten und scheuen Bernstein "verjagt". Noch bevor alle Beteiligten plötzlich rote Ohren bekamen!

Wenn alle Glocken läuten

Nun untersucht den mysteriösen Vorfall Polens zentrale Ermittlungsstelle der Polizei, die sich normalerweise um Organisierte Kriminalität kümmert. Möglich - aber es riecht förmlich nach versuchter Sabotage oder Ausspähung, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Denn der Hafen von Gdansk als einer der absoluten Knotenpunkte für Polens Energieversorgung liegt nur etwa 20 Seemeilen von der russischen Grenze zur Enklave Kaliningrad/Königsberg und etwa 30 Meilen von Pillau entfernt! Wie steht es also um den Schutz der seeseitigen Energieinfrastruktur in Polen? Oder müssen wir uns das Gleiche nicht auch selber fragen - hier, in unmittelbarer Nachbarschaft?

Quelle: CBS-News

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