U 212CD

U 212CD

Vertrag für U 212CD unterzeichnet

Am 8. Juli konnten das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und die Norwegian Defence Material Agency einen Vertrag mit Thyssenkrupp Marine Systems über den Bau und die Lieferung von insgesamt sechs U-Booten der Klasse U 212CD (Common Design) abschließen. Von den baugleichen Booten werden vier Stück an Norwegen und zwei an Deutschland geliefert. Der Vertrag hat einen Wert von 5,5 Milliarden Euro und ist der größte Auftrag, den die Kieler Werft je an Land ziehen konnte. Neben den Booten wurden auch logistische Zusatzleistungen und Ausbildungsmittel, darunter Simulatoren, geordert.

Freude nach der Vertragsunterzeichnung

Freude nach der Vertragsunterzeichnung

„Mit diesen U-Booten vereinen wir bewährte Technik, welche wir bereits aus U212A kennen, mit Weiterentwicklungen, insbesondere im Bereich Sensortechnik, die uns zukunftsfähig machen. Die Kombination aus gesteigerter Reichweite, einem gegen Aufklärung geschützten Design und nicht zuletzt der Kooperation mit unserem norwegischen Partner wird unseren Streitkräften neue Möglichkeiten für den Einsatz im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung verschaffen", so der Projektleiter im BAAINBw, Jörg Jährig.

Bei der Deutschen Marine sind gegenwärtig sechs Boote der Klasse 212A in Dienst, die in zwei Losen zuliefen. Italien verfügt über weitere vier Einheiten der Klasse, die allerdings bei Fincantieri gebaut wurden und sich in Details von der deutschen Version unterscheiden. Im Gegensatz zu den beiden deutschen Booten des zweiten Loses wurden die italienischen nicht in wesentlichen Punkten auf einen moderneren Stand gebracht.

Vertragsunterzeichnung auf norwegischer Seite

Vertragsunterzeichnung auf norwegischer Seite

Mit dem Bau des ersten Bootes der Klasse 212CD wird 2023 begonnen, 2029 soll dann die Ablieferung an die norwegische Marine erfolgen. Die Deutsche Marine kann erst in den Jahren 2032 und 2034 mit dem Zulauf der beiden neuen Einheiten rechnen. Obwohl sie auf dem Design der Klasse 212A basieren, werden viele Systeme neu entwickelt oder verbessert. Im Mittelpunkt steht ein hochmodernes Führungs- und Waffeneinsatzsystem von KTA Naval Systems, das die Fülle an Sensorinformationen aufnehmen und verarbeiten kann und damit der Besatzung verbesserte Möglichkeiten der Lagebilderstellung in die Hand gibt. Zudem wird sich die neue Klasse besser mit anderen Einheiten vernetzen können. Deutsche U-Boote sind immer schon für ihre schwere Ortbarkeit und den sehr leisen Betrieb bekannt. Die Fähigkeiten von U 212A in diesem Bereich wird nun nochmal deutlich gesteigert, indem die Signatur weiter verringert wird. Damit reagieren die Konstrukteure auch auf die Weiterentwicklung der Unterwasserortung in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Kooperation mit den Norwegern wird Synergien im Betrieb, der logistischen Versorgung und der Instandsetzung mit sich bringen. Hierdurch lassen sich die Betriebskosten reduzieren und die Verfügbarkeit erhöhen.

Text: mb; Fotos: BAAINBw, TKMS

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